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Vatikan : Papst schafft neues Finanzministerium

Papst Franziskus Bild: dpa

Papst Franziskus hat einen ersten Schritt zur Reform der Vatikan-Bürokratie gemacht. Die neue Behörde soll Haushaltspläne erstellen und Bilanzen kontrollieren.

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          Papst Franziskus ordnet die Finanzverwaltung des Vatikan vollkommen neu. Am Montag wurde offiziell mitgeteilt, dass künftig ein neuer „Päpstlicher Rat für die Wirtschaft“ geschaffen werde. Diese Institution habe künftig die Aufgabe, Haushaltspläne sowohl für den Vatikanstaat als auch für die päpstlichen Aufgaben in der Weltkirche (formell der „Heilige Stuhl“) aufzustellen, und nach Ende des Haushaltsjahres die Bilanzen vorzulegen.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Ein „Päpstlicher Rat“ im Vatikan ist vergleichbar mit einem Ministerium und einem Verwaltungsrat als Führungsspitze. Der Chef der Institution mit dem Titel des Präfekten wird der Kardinal von Sydney, George Pell.

          Kardinal George Pell
          Kardinal George Pell : Bild: AP

          Dem Verwaltungsrat sollen darüber hinaus weitere sieben Bischöfe und Kardinäle sowie sieben Laien verschiedener Nationalität mit „anerkannter Professionalität“ angehören. Darüberhinaus soll ein Wirtschaftsprüfer für alle Finanzfragen des Vatikan ernannt werden.

          Die bisherigen Vermögensverwalter der Apsa, die zudem auch Konten geführt hatten, werden entmachtet und erhalten offiziell die Rolle einer „Zentralbank“, im Sinne der Buchhaltung für alle Institutionen des Vatikan.

          Damit werden Kompetenzen von Institutionen mit historischen Wurzeln aus den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, aber auch institutionelle Eifersüchteleien zwischen althergebrachten Behörden mit einem Federstrich beseitigt.

          Nicht berührt von der Reform sind die Vatikanbank und deren Finanzaufsicht.

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