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Corona-Krise : So viele Amerikaner wie nie beantragen Arbeitslosenhilfe

  • Aktualisiert am

Essen gibt es nur noch zum Mitnehmen: Auch in Amerika haben die Restaurants geschlossen. Bild: AP

Die Corona-Pandemie verschlimmert die Arbeitslosigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt in nur einer Woche abermals dramatisch. Ökonomen rechnen mit einer Entlassungswelle. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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          In der Coronavirus-Krise schnellen die Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den Vereinigten Staaten auf historische Höchstwerte. In der vergangenen Woche stellten 6,65 Millionen Amerikaner einen entsprechenden Erstantrag, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte.

          Zuvor befragte Fachleute hatten im Schnitt mit 3,5 Millionen Anträgen gerechnet. In der Woche zuvor wurde infolge der sich ausbreitenden Pandemie mit knapp 3,3 Millionen Anträgen der bisherige Höchststand von 1982 überboten worden.

          Viele Ökonomen gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote von zuletzt 3,5 Prozent im Zuge der durch das Virus ausgelösten Entlassungswelle in die Höhe schießen wird: Führende amerikanische Notenbanker rechnen mit einem Anstieg auf zweistellige Werte.

          Die Erstanträge auf Hilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt. Sie deuten inzwischen auf einen dramatischen Wirtschaftseinbruch hin. Bis vor wenigen Wochen hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig weniger als 100.000 pro Woche betragen.

          Zwei Billionen Dollar Konjunkturprogramm

          Die rasante Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 hat das öffentliche Leben in weiten Teilen der Vereinigten Staaten zum Erliegen gebracht. Etwa zwei Drittel der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegen nun von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, zahllose Reisen wurden abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen.

          Mit einem Konjunkturpaket, mit dem der amerikanische Kongress rund zwei Billionen Dollar in die Wirtschaft pumpen will, wurde die bislang sehr begrenzte Arbeitslosenhilfe vergangene Woche ausgeweitet. Nun soll es Arbeitgebern auch möglich sein, Angestellte für bis zu vier Monate zu beurlauben anstatt sie zu entlassen. In dieser Zeit würde der Staat für das Gehalt aufkommen. Die Neuregelung hatte auf die jüngsten Erstanträge bis vergangenen Freitag aber wohl noch kaum Auswirkungen.

          Das gesamte Ausmaß der wirtschaftlichen Verwerfungen der Corona-Pandemie ist immer noch nicht absehbar. Viele Analysten befürchten inzwischen aber einen dramatischen Einbruch im zweiten Quartal und eine Rezession aufs ganze Jahr betrachtet.

          Bis Anfang Februar brummte die amerikanische Konjunktur noch, an der Börse wurden Höchststände vermeldet und Experten rechneten mit einem Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent. Präsident Donald Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bewirbt, rühmte sich seiner erfolgreichen Wirtschaftspolitik. Doch die rasante Ausbreitung des Coronavirus seit Anfang März machte die guten Konjunkturaussichten zunichte. Trump verspricht derweil, die Wirtschaft werde nach dem Ende der Epidemie wieder „wie eine Rakete“ durchstarten.

          In den Vereinigten Staaten gab es bis Donnerstagmorgen (Ortszeit) Forschern der Universität Johns Hopkins zufolge rund 220.000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Virus. Mehr als 5000 Menschen sind infolge der vom Virus ausgelösten Erkrankung Covid-19 gestorben.

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