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Eine Dosis reicht : Johnson & Johnson bekommt Zulassung in Amerika

Ein Fläschchen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson wird in die Kamera gehalten. Bild: Johnson & Johnson/Reuters

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA gibt einen weiteren Corona-Impfstoff frei. Er bietet einige Vorteile gegenüber anderen Substanzen und wird wohl bald auch in der EU verfügbar sein.

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          In den Vereinigten Staaten ist ein weiterer Impfstoff gegen das Corona-Virus zugelassen worden. Die Gesundheitsbehörde FDA hat am Samstag einem Vakzin des Pharma- und Medizintechnikkonzerns Johnson & Johnson (J&J) eine Notfallgenehmigung erteilt. Sie folgte damit erwartungsgemäß der Empfehlung eines aus 22 Mitgliedern bestehenden Expertengremiums, das sich am Freitag einstimmig für eine Zulassung ausgesprochen hatte.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das Land bekommt damit seine bislang dritte Option zur Immunisierung gegen das Virus, nach den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna. Anders als in der EU ist der Impfstoff von Astra-Zeneca bislang in Amerika noch nicht freigegeben.

          J&J hat vor knapp zwei Wochen auch in der EU einen Zulassungsantrag gestellt, die Genehmigung wird im März erwartet. Damit gäbe es dann vier zugelassene Corona-Impfstoffe.

          Einmalige Impfung reicht aus

          Der Impfstoff von J&J kann nach Angaben der FDA vom Samstag an Personen verabreicht werden, die mindestens 18 Jahre alt sind. Er war mit Spannung erwartet worden, hat er doch gegenüber Biontech/Pfizer und Moderna erhebliche Vorteile: Er wird in einer statt zwei Dosen verabreicht und ist deutlich einfacher zu lagern, weil er drei Monate lang in einem gewöhnlichen Kühlschrank aufbewahrt werden kann.

          J&J nutzt eine andere Technologie als Biontech/Pfizer und Moderna, die auf die Botenstoffe mRNA setzen. Ebenso wie bei Astra-Zeneca basiert der Vektorviren-Impfstoff auf harmlosen Adenoviren als Träger (Vektor), die keine Erkrankung auslösen.

          Der Impfstoff hat sich in den klinischen Tests als wirksam erwiesen, wenngleich er etwas hinter den Ergebnissen zurückblieb, die Biontech/Pfizer und Moderna im vergangenen Herbst vorgelegt hatten. Deren Impfstoffe kamen auf Wirksamkeitsraten von um die 95 Prozent. Die Zahlen von J&J sind etwas niedriger, allerdings auch nicht völlig vergleichbar, denn sie berücksichtigen anders als die Tests mit den beiden anderen Vakzinen die in jüngster Zeit aufgetretenen und ansteckenderen Varianten. Ein Teil der Studien von J&J wurde in Südafrika durchgeführt, wo eine dieser Mutanten zuerst aufgetaucht ist und sich schnell verbreitet hat.

          Schutz auch vor Südafrika-Mutante

          Nach einer vor wenigen Tagen von der FDA veröffentlichten Analyse der Tests schützte der Impfstoff von J&J insgesamt mit einer Wirksamkeit von 66 Prozent vor mittelschwerer bis schwerer Erkrankung. In den Tests in den Vereinigten Staaten waren es 72 Prozent, in Südafrika 64 Prozent. Die Zahl für Südafrika war etwas höher als sie J&J selbst noch vor einigen Wochen bei der Veröffentlichung der Studienergebnisse angegeben hatte.

          Vor besonders schwerer Erkrankung schützte der Impfstoff noch deutlich besser. In den Vereinigten Staaten lag die Wirksamkeit bei 86 Prozent, in Südafrika bei 82 Prozent. Die Studien von J&J lieferten nach Angaben der FDA auch Hinweise, dass der Impfstoff vor Infektionen ohne Symptome schützen könnte. Weil dazu bislang noch nicht allzu viele Daten vorliegen, könne noch kein endgültiger Schluss gezogen werden.

          Nach der Zulassung durch die FDA dürfte die Auslieferung des Vakzins umgehend beginnen. Es stehen allerdings wegen Verzögerungen in der Herstellung zunächst weniger Dosen bereit als ursprünglich erhofft. J&J kann nach eigener Aussage sofort knapp vier Millionen Dosen liefern, ursprünglich wollte das Unternehmen bis Ende Februar zwölf Millionen Dosen verfügbar haben. Bis Ende März sollen es nun zwanzig Millionen Dosen sein, ebenfalls weniger als zunächst gehofft. J&J hält aber weiter an seiner Zusage fest, bis Ende Juni 100 Millionen Dosen liefern zu können.

          In der EU soll die Auslieferung im zweiten Quartal beginnen, bis zum Jahresende will der Konzern hier 200 Millionen Dosen zur Verfügung stellen.

          In den Vereinigten Staaten sind bislang insgesamt um die 70 Millionen Corona-Impfungen verabreicht worden, die sich in etwa zur Hälfte auf Biontech/Pfizer und Moderna verteilen. Beide Unternehmen haben zugesagt, hier bis Ende Juli jeweils 300 Millionen Dosen zu liefern. In dem Land sind bislang mehr als 500.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

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