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Dritte Zinserhöhung in Folge : Jerome Powell hat den Falken in sich befreit

Das Gebäude der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in Washington Bild: dpa

Die US-Notenbank hat der Inflation den Kampf angesagt. Die Anhebung des Leitzins ist daher eine schmerzvolle, aber notwendige Therapie.

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          Der Präsident der Federal Reserve, Jerome Powell, hat den Falken in sich befreit. Er wird die Geldpolitik solange straffen, bis die Inflation deutlich nach unten geht, kündigte er an. Die jüngsten Teuerungszahlen vom August hatten einen leichten Schock ausgelöst, weil mit ihrer Veröffentlichung alle Hoffnungen in Luft aufgingen, das Schlimmste könnte vorbei sein.

          Schon im Kurort Jackson Hole hatte Powell klar gemacht, dass von nun an der ausschließliche Kampf der Fed der Inflation gilt und dass er dafür eine schmerzhafte Therapie als nötig erachtet. Was genau zu dieser Kehrtwende beigetragen hat, ist schwer zu sagen.

          Die Sorge allerdings, dass die Inflationserwartungen der Unternehmer, Geschäftsleute und normalen Bürger ins Rutschen kommen könnte, spielte gewiss eine Rolle. Wenn die Leute erst einmal anfangen, höhere Inflation in ihren geschäftlichen Entscheidungen einzupreisen, dann gibt es kaum noch ein Halten.

          Powell erinnerte in jüngster Zeit häufiger an den legendären Fed-Chef Paul Volcker, der Anfang der achtziger Jahre die Inflation bändigte mit hohen Leitzinsen und dafür zwei kurze schmerzhafte Rezessionen in Kauf nahm.

          Zuvor hatte dessen Vorgänger mit weniger entschlossenen Maßnahmen versucht, die Teuerung in den Griff zu bekommen. Auch diese Lektion scheint Powell nun verinnerlicht zu haben.

          Nach dem Zinsentscheid vom Mittwoch bereitete er die Märkte auf zwei weitere Zinsschritte in diesem Jahr vor. Die Entschlossenheit schwindet erst im kommenden Jahr, in dem die Notenbanker nur noch mit einem Zinsschritt rechnen. Wenn sie da mal nicht zu optimistisch sind.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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