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Importe legen kräftig zu : US-Handelsdefizit steigt auf Rekordhoch

  • Aktualisiert am

Containerschiffe im Hafen von Los Angeles Bild: dpa

Obwohl die amerikanischen Exporte auf dem höchsten Stand seit Mai 2019 liegen, erreicht das Handelsdefizit der größten Volkswirtschaft der Welt ein neues Rekordhoch. US-Diplomaten versuchen indes, den Handelsstreit mit China zu entschärfen.

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          Das amerikanische Handelsdefizit ist im August überraschend auf ein Rekordniveau gestiegen. Die Einfuhren übertrafen die Ausfuhren um 73,3 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium in Washington am Dienstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit 70,5 Milliarden Dollar gerechnet. Damit wuchs der Fehlbetrag um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

          Hauptgrund dafür war, dass die gesamten Importe um 1,4 Prozent auf den Rekordwert von 287 Milliarden Dollar kletterten. Die Exporte legten nur um 0,5 Prozent zu, erreichten mit knapp 214 Milliarden Dollar aber den höchsten Stand seit Mai 2019.

          Vereinigten Staaten droht Finanzblockade

          Der frühere US-Präsident Donald Trump hat das traditionell hohe Defizit immer wieder als Zeichen dafür gedeutet, dass sein Land von anderen Staaten über den Tisch gezogen werde – und deshalb Handelskonflikte angezettelt, etwa mit China und der Europäischen Union.

          Die USA und China unternehmen derzeit einen neuen Anlauf zur Entschärfung ihres Handelsstreits. Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, werde bis Mittwoch in der Schweiz Gespräche mit dem chinesischen Spitzendiplomaten Yang Jiechi führen, berichtete die „South China Morning Post“ am Dienstag. „Sie wollen die Kommunikationskanäle wiederherstellen und den zwischen den Präsidenten Xi Jinping und Joe Biden erzielten Konsens umsetzen“, hieß es dazu unter Berufung auf einen Regierungsvertreter, der mit den Vorbereitungen für das Treffen vertraut ist.

          Sollte die Schuldenobergrenze der Vereinigten Staaten nicht erhöht oder ausgesetzt werden, droht dem Land noch im Oktober eine Finanzblockade. Ein solcher Zahlungsausfall würde die Vereinigten Staaten nach Ansicht von Finanzministerin Janet Yellen in eine Rezession stürzen. die Folgen wären „katastrophale“, warnte Yellen am Dienstag im TV-Sender CNBC. „Ich erwarte absolut, dass dies auch eine Rezession verursachen würde“, sagte die Ministerin.

          Die beiden Parteien im Kongress weisen sich im Streit um die Anhebung der Obergrenze gegenseitig die Schuld zu. Präsident Joe Biden, ein Demokrat, warf den Republikanern erst am Montag vor, die Erhöhung aus politischen Gründen zu blockieren und damit „russisches Roulette“ mit der US-Wirtschaft zu spielen. Ein Zahlungsausfall würde den Status des US-Dollars als Reservewährung gefährden und zu höheren Zinsen für Verbraucher in Amerika führen, warnte er.

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