https://www.faz.net/-gqe-44kw

Urteil : Philip Morris: Schadensersatz im Milliardenhöhe

  • Aktualisiert am

Wo 'light' draufsteht, ist nicht unbedingt 'light' drin Bild: dpa

Der Tabakkonzern Philip Morris soll 10,1 Milliarden Schadensersatz zahlen, weil sich Raucher durch den Zusatz „light“ auf Zigaretten getäuscht fühlten. Es ist die erste Sammelklage dieser Art, in der ein Urteil gefällt wurde.

          Der Zigarettenkonzern Philip Morris ist wegen Täuschung über die Gefahren so genannter leichter Zigaretten zu einer Schadenersatzzahlung von 10,1 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) verurteilt worden. Richter Nicholas Byron warf dem Tabakriesen vor, er habe sogar gewusst, dass die „Leichten“ gesundheitsschädlicher sind als die normalen Zigaretten.

          Der Richter in Edwardsville (US-Bundesstaat Illinois) verurteilte den Konzern zu 7,1 Milliarden Dollar Schadensersatz und 3 Milliarden Dollar Strafe. Während Philip Morris eine sofortige Revision ankündigte, reagierten die Anwälte, denen knapp 1,8 Milliarden Dollar an Gebühren zugesprochen wurden, erfreut. „Ich bin begeistert, dass Raucher leichter Zigaretten nun auf dieses Urteil verweisen können, wenn sie krank werden“, erklärte Anwalt Stephen Tillery.

          Die Sammelklage war im Namen von 1,1 Millionen Raucher gegen das Unternehmen eingereicht worden, das noch mit weiteren Klagen konfrontiert wird. Ähnliche Klagen laufen auch gegen R. J. Reynolds sowie Brown and Williamson.

          Philip Morris war bereits von einem Richter in Miami (Florida) zu 74 Milliarden Dollar verurteilt worden und hat dagegen Berufung eingelegt. Eine Strafe von 28 Milliarden Dollar, die von einem Gericht in Los Angeles verhängt worden war, wurde später auf 28 Millionen Dollar verringert.

          Weitere Themen

          Weniger düngen dürfen

          Güllebremse für Landwirte : Weniger düngen dürfen

          Verschmutzen Landwirte das Grundwasser, weil sie zu viel düngen? Die EU-Kommission verlangt jedenfalls eine Verschärfung der Regeln. Agrarministerin Klöckner will deshalb die Dünge-Pause verlängern.

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Miet- und Kaufpreise in Europa : Schlimmer geht immer

          Deutschland ächzt unter hohen Mieten und teuren Immobilien. Doch anderswo in Europa ist die Lage weitaus dramatischer – kein gutes Zeichen.

          Ich und das Klima : Du sollst verzichten

          Die Deutschen müssen ihr Leben ändern, sagen die einen. Was die Deutschen machen, ist der Welt egal, behaupten die anderen. Was kann der Einzelne wirklich bewirken?

          Umstrittener Backstop : Was will Boris Johnson?

          In einem Brief an EU-Ratspräsident Donald Tusk kritisiert der britische Premierminister die „Backstop“-Regelung zur irischen Grenze und schlägt „alternative Vereinbarungen“ vor. Er stößt jedoch auf wenig Gegenliebe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.