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Urteil gegen Shell : Der Ölkonzern ist zu Recht in der Pflicht

  • -Aktualisiert am

Der Tag von Den Haag: Milieudefensie-Direktor Donald Pols mit einem Exemplar des Urteils gegen Shell Bild: Reuters

Das Ringen um die Pariser Klimaziele ist bereits verloren, wenn selbst diejenigen den Kampf nicht angehen, die über ausreichend finanzielle Mittel für Innovationen verfügen.

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          Das ist ein Paukenschlag. Mit Shell muss erstmals ein multinationaler Energiekonzern für die Folgen des globalen Verfeuerns fossiler Brennstoffe aufkommen. Dabei brachte das Unternehmen vielen Niederländern den Wohlstand, insbesondere der Königsfamilie als Großaktionär.

          Die Richter in Den Haag taten gut daran, die Vergangenheit auszublenden: Als globales Unternehmen hat Shell einen enormen Einfluss auf den Klimawandel. Womöglich haben Korrekturen im Geschäftsmodell direkte Auswirkungen auf den Rückgang der CO2-Emissionen – „mehr noch als bei einzelnen Staaten“, meint zumindest das Gericht.

          Doch eine Absenkung um 45 Prozent bis 2030 ist selbst für ein Unternehmen mit hohen Forschungsetats wie Shell sehr ambitioniert. Aber das Ringen um die Pariser Klimaziele ist bereits verloren, wenn selbst diejenigen den Kampf gegen den Klimawandel nicht angehen, die über ausreichend finanzielle Mittel für Innovationen verfügen.

          Dem Einwand von Shell, man sei nicht der einzige Verursacher, nahm das Gericht Wind aus dem Segel. Noch kann Shell Berufung gegen das Urteil einlegen. Oder gleich damit beginnen, seiner auferlegten Verpflichtung nachzukommen.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

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