https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/urheberrechte-google-muss-in-frankreich-500-millionen-euro-zahlen-17435317.html

Urheberrechte : Google muss in Frankreich 500 Millionen Euro zahlen

  • Aktualisiert am

500 Millionen Euro muss Google in Frankreich im Streit um Urheberrechte zahlen. Bild: Reuters

Im Streit mit Nachrichtenagenturen und großen Zeitungen in Frankreich muss Google eine hohe Buße zahlen. Die Suchmaschine hatte gegen eine einstweilige Anordnungen verstoßen.

          1 Min.

          Der amerikanische Internetkonzern Google soll in Frankreich im Urheberrechtsstreit mit der Presse ein Bußgeld von 500 Millionen Euro zahlen. Die Kartellbehörde in Paris teilte am Dienstag mit, Google habe es versäumt, „in guter Absicht“ über individuelle Lizenzabkommen mit Medienhäusern zu verhandeln. Es sei das höchste Bußgeld, das die Behörde jemals verhängt habe, sagte Kartellamtschefin Isabelle De Silva. Google äußerte sich „sehr enttäuscht“.

          Frankreichs Kartellwächter hatten Google im April des vergangenen Jahres zu Verhandlungen mit Verlagen und Presseagenturen verpflichtet. Dabei geht es um eine Vergütung für das Anzeigen von urheberrechtlich geschützten Medieninhalten, wie sie die EU-Urheberrechtsnovelle von 2019 vorsieht. Konkret geht es um Nachrichten, Fotos und Videos von Medien, die bei Google oder YouTube angezeigt werden. Die Medienhäuser argumentieren, Google verdiene mit seinen Inhalten Geld durch Werbung, zahle aber keine Nutzungsgebühren.

          Im September legten Medienhäuser, darunter die Nachrichtenagentur AFP, Beschwerde gegen Google bei der Kartellbehörde ein, weil der Internetkonzern eben nicht mit dem Willen, eine faire Einigung herbeizuführen, verhandelt habe. Die Kartellbehörde erläuterte nun am Dienstag, Google habe zum Beispiel keine „gesonderte Diskussion“ über Urheberrechte mit Medienhäusern über den Start von Google Showcase geführt - ein Ende 2020 gestarteter Nachrichtendienst, für den Google Verlagen Lizenzgebühren zahlt; Nutzer können dort Artikel lesen, die sonst hinter einer Bezahlschranke stehen.

          Google hatte sich im November zunächst mit bekannten französischen Blättern wie „Le Monde“, „Le Figaro“ und „Libération“ auf eine Vergütung ihrer Inhalte geeinigt, im April dieses Jahr dann unterzeichnete der amerikanische Konzern ein Abkommen mit dem Presseverband Apig, der die französische Überregional- und Regionalpresse vertritt. AFP-Präsident Fabrice Fries und Googles Frankreich-Chef Sébastien Missoffe erklärten am Dienstag, auch hier sei eine Einigung „nah“, die Verhandlungen seien weit fortgeschritten.

          Erst Anfang Juni hatte die französische Kartellbehörde eine Wettbewerbsstrafe in Höhe von 220 Millionen Euro gegen Google verhängt, weil der US-Konzern seinen eigenen Werbedienstleister Google Ad Manager bevorzugt behandelt habe. Dadurch seien Konkurrenten benachteiligt worden.

          Weitere Themen

          Justiz durchsucht McKinsey-Büros

          Vorwurf des Steuerbetrugs : Justiz durchsucht McKinsey-Büros

          McKinsey ist ins Visier der französischen Steuerfahnder geraten: In dieser Woche haben Beamte die Landeszentrale in Paris durchsucht. Das Unternehmen sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.

          Verschuldung behindert Geldpolitik nicht

          Weltwirtschaftsforum : Verschuldung behindert Geldpolitik nicht

          Auch für hochverschuldete Länder ist eine konsequente Inflationsbekämpfung vorteilhaft, sagt der Gouverneur der Bank der Niederlande in Davos. Klaas Knot weist zurück, dass diese Schulden eine zeitnahe Erhöhung der Leitzinsen durch die EZB verhindern.

          Topmeldungen

          Entschuldigte sich abermals: Peter Feldmann

          Oberbürgermeister-Skandal : Frankfurt als Stadt ohne Stadtoberhaupt

          Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann tritt nicht zurück – er verschanzt sich. Es ist an der Zeit, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses unwürdige Kapitel an den Wahlurnen beenden.
          Die Strafkolonie im russischen Pokrow. Bisher wird Alexej Nawalnyj hier festgehalten.

          Strengere Haft : Nawalnyjs Name auf der Terrorliste

          Alexej Nawalnyj bleibt als politischer Gefangener ein lauter Regime-Kritiker. Die russische Justiz verschärft nun seine Haftbedingungen – und isoliert ihn noch stärker.
          Ein Mann hält ein Baby auf dem Arm.

          Geburt des ersten Kindes : Warum junge Väter immer älter werden

          Männer sind im Schnitt bei der Geburt ihres ersten Kindes deutlich älter als Frauen. Werden sie auch in Zukunft immer älter? Die Gründe, warum die Deutschen immer später im Leben eine Familie gründen, sind gut erforscht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Kapitalanalge
          Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
          Sprachkurse
          Lernen Sie Englisch
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis
          Zertifikate
          Ihre Weiterbildung im Projektmanagement