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Deutschlands Energieversorgung : Unattraktives Flüssiggas

Uniper betreibt ein Kohlekraftwerk am Jade-Weser-Port. Bild: Picture-Alliance

Während Donald Trump die Wahl wohl endgültig verliert, gibt Uniper bekannt, Pläne für ein Flüssiggasterminal in Wilhemshaven zu überdenken. Gut so!

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          Die zeitliche Überschneidung mag einem Zufall geschuldet sein, die Symbolik liegt jedoch auf der Hand: Just an dem Tag, als die Wahl in Amerika sich wohl endgültig zu Ungunsten des Präsidenten Donald Trump entwickelt, gibt der deutsche Energiekonzern Uniper bekannt, seine Pläne für ein Flüssiggasterminal in Wilhemshaven gründlich überdenken zu wollen. Es gab schlicht zu wenig verbindliche Nachfrage aus dem Markt für das verflüssigte Gas aus den Vereinigten Staaten, damit sich die Anlage sicher rechnet.

          Diese Erkenntnis ist wenig verwunderlich, waren doch schon die bestehenden Kapazitäten in der Europäischen Union nur zu einem Bruchteil ausgelastet. Dass Deutschland dennoch den Bau dreier Anlagen in die Prüfung gab, hatte viel mit dem brachialen Druck zu tun, den Trump im Interesse der amerikanischen Fracking-Industrie aufgebaut hat, um Flüssiggas als bessere Alternative zu russischem Gas aus der Pipeline Nord Stream 2 zu positionieren.

          Auch wenn dieser Konflikt mit einem Machtwechsel im Weißen Haus nicht vom Tisch sein wird, besteht dennoch die Hoffnung, dass die politisch aufgeladene Debatte um Deutschlands Energieversorgung wieder stärker unter dem Gesichtspunkt von Wettbewerb und Wirtschaftlichkeit geführt werden wird. Ein erster Schritt ist getan.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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