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Unterwegs mit Werner Wenning, Bayer AG : Interdisziplinäre Begegnung

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Der Vorstandsvorsitzende des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, Werner Wenning Bild: dpa

Die Begegnung von Vertretern unterschiedlicher Disziplinen macht für mich den Wert des Forums aus, gerade bei Fragestellungen wie dem Klimawandel. In welcher Weise wir als Industrieunternehmen zu Lösungen beitragen können, ist deshalb einer meiner Schwerpunkte.

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          Der entscheidende Nutzen des World Economic Forum liegt für mich in der Gelegenheit, relevante Themen mit einer großen Zahl hochkompetenter Menschen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu diskutieren. Die Begegnung von Vertretern unterschiedlicher Disziplinen macht den Wert des Forums aus - insbesondere bei den Programmteilen, die sich mit übergeordneten, uns alle betreffenden Fragestellungen befassen wie zum Beispiel dem Klimawandel. In welcher Weise wir als Industrieunternehmen zu Lösungen beitragen können, ist deshalb einer meiner Schwerpunkte.

          Ich habe mir für Donnerstag unter anderem das Governors Meeting for Chemicals und die Arbeitssitzung „Lösungsansätze für den Klimawandel“ ausgewählt. Als Wachstumsbranche mit hohem Energie- und Rohstoffverbrauch ist die chemische Industrie in besonderem Maß gefragt, wenn es um künftige Reduktionsziele für Treibhausgase geht.

          Wir brauchen weltweit verbindliche Regeln

          Alle technischen Anstrengungen zur Minderung von Emissionen je Produktionseinheit in Europa könnten jedoch durch das starke Wachstum der Schwellenländer kompensiert werden. Einseitige Maßnahmen werden dem Problem deshalb nicht gerecht. Wir stehen vor einer globalen Herausforderung, die weltweit einheitlicher Regelungen bedarf, die zu keinen Wettbewerbsverzerrungen führen dürfen.

          Solche weltweit verbindlichen Regeln sind derzeit leider nicht in Sicht. Wir bei Bayer haben Ende 2007 ein konzernweites Klimaschutzprogramm gestartet und investieren eine Milliarde Euro in klimarelevante Forschung und Entwicklung sowie Projekte in den kommenden drei Jahren. Schon heute können Produkte von Bayer Material Science zu Energieeinsparungen beitragen: zum Beispiel als leichte Werkstoffe in Verkehrsmitteln oder als Dämmstoffe in der Wärme- und Kälteisolierung.

          Lateinamerika steht im Mittelpunkt

          Aber auch die Agro-Chemie steht als Folge der Klimaänderung vor Herausforderungen: Wie kann angesichts der entstandenen Konkurrenz um Anbauflächen durch Biofuels und Nahrungsmittelerzeugung die Jahr für Jahr um 78 Millionen Menschen zunehmende Weltbevölkerung ernährt werden, und zu welchen Preisen für Verbraucher wird das führen? Welche Entwicklungsszenarien sind wahrscheinlich? Auch auf diesem Gebiet hat Bayer einiges zu bieten.

          Am Abend stehen in einer weiteren Sitzung schließlich die politischen und wirtschaftlichen Perspektiven Lateinamerikas im Mittelpunkt. Die ökonomische Stabilität der vergangenen Jahre hat dazu beigetragen, dass sich in dieser Region mittlerweile ein neuer Mittelstand herausbildet. Die Fragen und Chancen, die sich hieraus ergeben, sind für uns als ein global agierendes Unternehmen sehr interessant. Bayer hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2007 in Lateinamerika besonders erfreuliche Wachstumsraten erzielt. Für die Zukunft haben wir uns hier ehrgeizige Ziele gesetzt - vor allem im Gesundheits- und im Landwirtschaftsgeschäft.

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