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Unterwegs mit Axel Heitmann, Lanxess AG : Die Zuversicht überwiegt

  • -Aktualisiert am

Axel Heitmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Lanxess Bild: AP

Zum ersten Mal seit sechs Jahren steht der Gipfel wieder im Zeichen einer Krise - doch die Zuversicht überwiegt. Gerade die unvorhergesehenen Begegnungen und spontanen Gespräche machen Mut. Das macht für mich den Geist von Davos aus.

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          Das World Economic Forum zieht den Besucher jedes Jahr wieder in seinen Bann. Die Faszination dieses Treffens besteht für mich eben nicht in einer „Nabelschau der Eitelkeiten“, wie von globalisierungskritischen Kreisen immer wieder eingewandt wird.

          Im Gegenteil: Diese Veranstaltung bezieht ihre große Strahlkraft daraus, dass sie sich einer harten Klassifizierung entzieht. Davos wird die Weltprobleme nicht lösen – aber die Entscheider aus Politik und Wirtschaft werden sich der Probleme und der gemeinsamen Verantwortung wesentlich bewusster sein.

          Charakter eines Krisengipfels

          Zum ersten Mal seit sechs Jahren steht der Gipfel wieder im Zeichen einer Krise – nach der beinahe grenzenlosen Euphorie im vergangenen Jahr. Die Kreditkrise und ihre möglichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft überschatten die Stimmung, das Treffen trug am ersten Tag zeitweise den Charakter eines Krisengipfels.

          Doch die Zuversicht überwiegt. Gerade die unvorhergesehenen Begegnungen und spontanen Gespräche machen Mut. Sie zeigen, dass alle Teilnehmer Offenheit und Respekt mitbringen – es macht den Geist von Davos aus, Lösungsansätze für die größten Herausforderungen gemeinsam zu suchen.

          Drängendes Problem Klimaschutz

          Auch die dicke Schneedecke verstellt nicht den Blick auf das drängendste Thema: den Klimawandel. Für den Klimaschutz wird sich auch die chemische Industrie an vorderster Stelle engagieren. Das weltweite Treffen der CEOs der Industrie am Donnerstag zeigte zweierlei: Die Industrie kennt auch derzeit kein Rezessionsgespenst.

          Noch wichtiger ist jedoch: Alle Unternehmen haben sich verpflichtet, den Klimaschutz ins Zentrum ihrer Aktivitäten zu stellen. Klimafreundliche Produkt- und Prozessinnovationen werden vorangetrieben. Darüber hinaus muss in deutliche Effizienzsteigerungen investiert werden, und zwar auf Basis gemeinsamer handlungsleitender Prinzipien.

          Singapur als Musterland

          Zum Abschluss steht heute ein Einzelgespräch ganz oben auf dem Programm. Mit dem Premierminister von Singapur kann ich die Entwicklungsoptionen der Industrie in Asien diskutieren. Sein Land zeigt exemplarisch, wie wichtig die Chemie für gesundes Wachstum und nachhaltigen Wohlstand ist. In Singapur zählt die Chemie zu den ökonomischen Stützpfeilern des Landes. Dabei verfügt Singapur über keinerlei Rohstoff- und Energievorkommen. Und dennoch ist es gelungen, die chemische Industrie langfristig an den Standort zu binden. Für mich ein Musterbeispiel gelungener Standortpolitik.

          Ich würde es begrüßen, würde man der Chemie in Deutschland mit ebenso viel Sympathie entgegenkommen. Denn die Herausforderungen unserer globalisierten Welt werden nur durch intelligente Lösungen, die unsere innovative Branche hervorbringt, bewältigt werden können. Und davon kann auch die deutsche Wirtschaft massiv profitieren.

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