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Wegen 737-Max-Krise : Anklage gegen früheren Testpiloten von Boeing erhoben

  • Aktualisiert am

Eine Boeing-736-Max landet nach einem Testflug in Seattle. Bild: Reuters

346 Menschen kamen bei zwei Flugzeugabstürzen der Boeing 737 Max ums Leben, Schuld hatte eine fehlerhafte Software. Nun muss sich der ehemalige Chef-Testpilot verantworten – er soll unvollständige Angaben gemacht haben.

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          Der ehemalige Chef-Testpilot von Boeing ist wegen seiner Rolle bei der Krise um die problematische Software des Pannenflugzeugs 737 Max angeklagt worden. Ihm wird vorgeworfen, US-Behörden falsche und unvollständige Angaben zu der Software mit dem Namen MCAS gemacht zu haben, wie das US-Justizministerium am Donnerstag mitteilte. Dadurch habe er die Arbeit der US-Luftfahrtbehörde FAA behindert. Die Software hatte bei zwei Abstürzen eine Rolle gespielt.

          Die MCAS-Software ist eigentlich dazu gedacht, den Piloten der 737 Max dabei zu helfen, das Flugzeug in der richtigen Position zu halten. Wie sich jedoch herausstellte, konnte sie unter Umständen – im Gegenteil – das Flugzeug nach unten drücken. Bei den zwei Abstürzen kamen 346 Menschen ums Leben. Die 737 Max war während der Untersuchungen für 20 Monate mit Flugverboten belegt worden. Vom Ex-Chefpiloten oder seinen Anwälten lag zunächst keine Reaktion vor.

          Auch Probleme mit Dreamliner

          Indes reißt auch die Problemserie bei Boeings Pannenjet 787 „Dreamliner“ nicht ab. Ein Zulieferer habe mitgeteilt, dass einige 787-Bauteile nicht korrekt hergestellt worden seien, gab der Flugzeughersteller am Donnerstag bekannt. Zugleich betonte Boeing aber, dass es nach bisherigen Erkenntnissen keine Sicherheitsbedenken bei den aktuell fliegenden Maschinen deswegen gebe. Man werde mögliche Nachbesserungen bei der 787-Flotte mit der US-Luftverkehrsaufsicht FAA abstimmen.

          Boeing machte in seiner Stellungnahme keine Angaben dazu, welche Bauteile betroffen seien und um welchen Zulieferer es geht. Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor berichtet, einige Titan-Bauteile seien schwächer als vorgesehen gefertigt worden. Boeing habe sie bei zwei noch nicht ausgelieferten Maschinen bereits ausgetauscht, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

          BOEING

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          Der als Langstrecken-Jet der Zukunft vor zehn Jahren auf den Markt gebrachte „Dreamliner“ bereitet Boeing schon länger Probleme. In diesem Jahr musste der Konzern die Auslieferungen wegen Produktionsproblemen stoppen und die Produktion drosseln. Im Juli hieß es, dass weitere Inspektionen und Reparaturen bei etlichen 787-Fliegern nötig seien, die noch nicht an Kunden übergeben wurden.

          Im Februar ordnete die FAA Überprüfungen von rund 222 „Dreamlinern“ an, weil die Gefahr von Schäden an sogenannten Dekompressionspaneelen zur Abtrennung des Passagierbereiches bestehe. Der Defekt könnte der Behörde zufolge fatale Folgen haben, etwa wenn Luftfracht Feuer fängt.

          Boeing rechne nun damit, die Auslieferungen frühestens im November wieder aufzunehmen. Der Flugzeugbauer wird angesichts der „Dreamliner“-Probleme – und der zwei Abstürze beim Modell 737 Max – verstärkt von der FAA unter die Lupe genommen. Zu den Produktionsproblemen gehört, dass Airlines zum Teil Abfälle in frisch ausgelieferten Flugzeugen finden.

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