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Zwei Angriffe in einer Woche : Walmart will weiter Waffen verkaufen

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Walmart-Mitarbeiter nach dem Angriff auf eine Filiale in Southaven, Mississippi, im Juli 2019 Bild: AP

Innerhalb von einer Woche gab es zwei tödliche Schusswaffenangriffe in Walmart-Filialen in Amerika. Das Unternehmen will dennoch weiterhin Waffen verkaufen. Und verweist auf eigene Regeln, die über geltende Gesetze hinausgingen.

          Walmart wird von den jüngsten Schusswaffenangriffen hart getroffen: Innerhalb von einer Woche gab es zwei tödliche Angriffe in den Filialen der amerikanischen Handelskette. Dennoch will das Unternehmen weiterhin verkaufen: Es gebe keine Pläne, den Verkauf von Schusswaffen und Munition einzustellen, sagte Sprecher Randy Hargrove.

          Ein 21-Jähriger hatte am Samstag in einem Walmart in der amerikanischen Grenzstadt El Paso mit einer Schusswaffe 20 Menschen getötet. Vier Tage zuvor erschoss ein Walmart-Mitarbeiter in Southaven im Bundesstaat Mississippi zwei Kollegen. Beides ist laut Sprecher für die größte Einzelhandelskette der Vereinigten Staaten kein Grund, Waffen generell aus dem Sortiment zu streichen.

          Kritik an Walmart

          „Wir konzentrieren uns darauf, unsere Mitarbeiter, unsere Kunden und die Einwohner von El Paso zu unterstützen“, sagte Hargrove. Er betonte, dass die Regeln des Unternehmens für den Umgang mit Waffen über geltende amerikanische Gesetze hinausgingen. So werde das Vorstrafenregister eines Kunden vor dem Kauf einer Waffe kontrolliert. Jeder neue Mitarbeiter werde im Umgang mit Schusswaffenangriffen geschult, vier Mal im Jahr, am Computer.

          Schon 1993 hatte der Handelskonzern Pistolen und Revolver aus dem Sortiment genommen. Seit 2015 verkauft Walmart auch keine halbautomatischen Waffen mehr. Nach dem Schulmassaker von Parkland im Februar 2018 hob Walmart das Mindestalter für den Verkauf einer Waffe auf 21 Jahre an.

          Walmart steht wegen seines Waffensortiments regelmäßig in der Kritik, betont aber, sich damit vor allem an Jäger und Sportschützen zu richten. Unternehmenschef Doug McMillon schrieb nach den tödlichen Schüssen von El Paso auf Instagram: „Mein Herz schmerzt“. Er bete für die Familien der Opfer. Auf Twitter hieß es in zahlreichen Kommentaren: „Hör auf, Waffen zu verkaufen.“

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