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Zwangspause für Hunderttausende : Deutschland arbeitet kurz

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Arcelor Mittal schickt einen Teil der Arbeiter in Bremen und Eisenhüttenstadt in die Zwangspause Bild: dpa

Nach einer verlängerten Weihnachtspause droht in vielen deutschen Unternehmen der nahtlose Übergang in die Teilzeitarbeit. Dies ergab eine Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Neben den Autokonzernen und ihren Zulieferern ist auch der Maschinenbau und die Chemie- und Stahlindustrie betroffen.

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          Hunderttausende Arbeitnehmer in Deutschland werden Anfang nächsten Jahres kurzarbeiten. Dies ergab eine Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in der Industrie. Nach einer verlängerten Weihnachtspause droht in vielen Unternehmen der nahtlose Übergang in die Teilzeitarbeit. So plant der Autokonzern Daimler, in mehreren Fabriken von Januar bis April nur noch zeitweise zu produzieren. Über die konkrete Gestaltung werde im Moment auf lokaler Ebene verhandelt, bestätigte eine Sprecherin der Sonntagszeitung.

          Die Misere der Autohersteller schlägt mittlerweile voll auf die Zulieferer durch: Bosch, Schaeffler und Continental schränken die Produktion ebenfalls ein. „Wir werden an einigen Standorten auf das Mittel der Kurzarbeit zurückgreifen. Damit können wir zunächst unsere Beschäftigungssituation stabilisieren“, sagte eine Conti-Sprecherin. Vertreter der Automobilzulieferer-Industrie beraten am Montagvormittag mit Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) über die Auswirkungen der Finanzkrise.

          Kurzarbeit ist teurer

          Auch im Maschinenbau, der Chemie- und der Stahlindustrie wird die Produktion bald zeitweise ruhen: BASF und MAN prüfen die Einführung von Kurzarbeit, Arcelor Mittal schickt einen Teil der Arbeiter in den Hütten Bremen und Eisenhüttenstadt in die Zwangspause, ebenso wie der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer. Unter dem Eindruck der Finanzkrise will die Bundesregierung die maximale Dauer der Kurzarbeit – offiziell heißt sie Teilzeitarbeitslosigkeit – auf 18 Monate ausdehnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das am Samstag in Berlin noch einmal bekräftigt.

          Auch Continental reagiert mit Kurzarbeit

          Management und Betriebsrat verhandeln in vielen Unternehmen über Wege, auf die sinkende Auslastung zu reagieren, ohne Mitarbeiter zu entlassen. Zur Debatte steht dabei eine Senkung der wöchentlichen Arbeitszeiten, verbunden mit entsprechend weniger Gehalt. Dies ist für die Firmen die günstigere Variante. Kurzarbeit wird für sie teurer, weil sie höhere Sozialabgaben leisten müssen.

          Bereits im Oktober drastischer Anstieg

          Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verzeichnete bereits im Oktober einen drastischen Anstieg der Kurzarbeit. Unternehmen meldeten Kurzarbeit für 57.000 Beschäftigte an, das sind 30.000 mehr als im Oktober 2007. In ihren Haushalt stellte die BA jetzt 300 Millionen Euro für Kurzarbeit ein, doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Doch ist unsicher, ob selbst das nicht zu optimistisch gedacht ist. 100.000 Menschen in Kurzarbeit kosten im Schnitt 500 Millionen Euro im Jahr.

          Auch wenn die eingeplanten 300 Millionen Euro nicht reichen sollten: In den Kassen der BA ist 2009 trotz der Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung von 3,3 auf 2,8 Prozent auch bei einer Verschärfung der Krise vorerst genügend Geld da. Die BA hat 15,9 Milliarden Euro Rücklagen.

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