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Vergleich in Europa : Die Fußball-Bundesliga verliert Zuschauer

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BVB-UItras auf der größten Stehtribüne Europas. Bild: AFP

Weniger Menschen schauen sich die Bundesligaspiele im Stadion an. Für die deutschen Vereine ist aber noch eine andere Zahl ein Problem.

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          Der Zuschauerschnitt der Fußball-Bundesliga ist in der abgelaufenen Saison um 2,6 Prozent auf 42.738 Besucher pro Spiel zurückgegangen. Das hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) mitgeteilt.

          Das bedeutet aber weiterhin eine Spitzenposition unter den Top 5 Ligen in Europa. Zum Vergleich: Die englische Premier League kam in der vergangenen Spielzeit auf rund 38.200 Zuschauer durchschnittlich je Partie, in der spanischen Primera Division lag der Wert bei etwa 27.100 Besuchern, dahinter rangieren die italienische Serie A (rund 25.000) und die französische Ligue 1 (22.800).

          Das eine sind die Besucherzahlen, doch wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg der Vereine ist auch die Einnahme, die pro Zuschauer im Stadion an einem Spieltag generiert wird. Nach Berechnungen der F.A.Z. liegt die Bundesliga in diesem Fall nur auf Rang drei.

          In Beziehung gesetzt wurden für diese Kalkulation die Zuschauerzahlen mit den zuletzt von der Unternehmensberatung Deloitte veröffentlichten Erlösen der fünf größten europäischen Ligen aus den Spieltagen (vor allem Eintrittspreise, Verkauf von Fanartikeln, Essen und Getränken). Zwar beziehen sich die Deloitte-Umsatzdaten auf die Saison 2017/18, doch ändert sich nichts an der Tendenz: Danach kommt die Bundesliga auf Einnahmen von 39 Euro je Besucher pro Spiel. Die Premier League erzielt 52 Euro, Spanien 48 Euro, dann folgen Italien (27 Euro) und Frankreich (22 Euro).

          Die Verantwortlichen der Bundesliga verweisen stets auf die Selbstverpflichtung der Vereine, gerade die Eintrittspreise in sozialverträglicher Höhe halten zu wollen. De facto ist ein Stadionbesuch in der Bundesliga auf den einfachen Plätzen billiger zu haben als in England oder Spanien.

          Andererseits könnte wohl kaum größer an der Preisschraube gedreht werden. So ist die Auslastung der Bundesligastadien in der vergangenen Saison nochmal leicht zurückgegangen auf 89,4 Prozent. Die sportlich attraktivere Premier League kommt laut Internetportal „Transfermarkt.de“ auf 96,5 Prozent, es folgen Spanien (74,7 Prozent), Frankreich (70,2 Prozent) und Italien (66 Prozent). Eine hundertprozentige oder annähernd volle Auslastung zu den jeweiligen Heimspielen verfügen derzeit in der Bundesliga nur der FC Bayern München, Borussia Dortmund und der SC Freiburg.

          Derweil beziffert die DFL die Zahl der verkauften Tickets der vergangenen Saison in der ersten und zweiten Bundesliga auf rund 18,9 Millionen. Dies sei der zweithöchste Wert der Geschichte. Lediglich in der Spielzeit 2016/17 seien mehr Eintrittskarten (rund 19 Millionen) abgesetzt worden.

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