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Brexit : Autozulieferer Schaeffler schließt Werke in Großbritannien

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Laster-Kupplungen wie diese will Schaeffler auch weiter in Großbritannien bauen. Ob der Techniker aus Birmingham, der sie auf der „Automechanika“ in die Höhe hält, künftig noch für den Konzern arbeitet, ist hingegen unklar. Bild: dpa

Schaeffler beschäftigt rund 1000 Menschen jenseits des Ärmelkanals. Durch den Brexit sollen das künftig deutlich weniger werden – nur ein Werk bleibt erhalten.

          Der fränkische Autozulieferer Schaeffler zieht sich teilweise aus Großbritannien zurück. Zwei von drei Werken sollen geschlossen werden, die beiden Logistikzentren werden zusammengelegt, wie das Familienunternehmen aus Herzogenaurach am Dienstag mitteilte. Insgesamt beschäftigt Schaeffler in dem Land gut 1000 Mitarbeiter. Der Brexit sei nicht der alleinige Grund für die Entscheidung, sagte Europa-Vorstand Jürgen Ziegler, er habe sie aber beschleunigt. Grund sei auch, dass nur 15 Prozent der von Schaeffler in Großbritannien produzierten Güter im Land bleiben, während der Großteil nach Kontinentaleuropa exportiert wird.

          Der Umbau werde bis zu zwei Jahre dauern. Der Konzern will nun in Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern vor Ort eintreten. Erhalten bleibt das größte Werk in Sheffield, wo Kupplungen für Autos und Traktoren montiert werden. Die Produktion von Lagern für die Industrie, die Rüstungsbranche sowie die Luft- und Raumfahrt in Llanelli und Plymouth werde in andere Werke in Deutschland, China, Südkorea und Amerika verlegt.

          Viele deutsche Unternehmen unzureichend vorbereitet

          Von den Unternehmen, die Güter in Deutschland produzieren und nach Großbritannien liefern, sind indes viele nicht ausreichend auf einen harten Brexit vorbereitet. In einer an diesem Dienstag veröffentlichten Befragung von 1100 Unternehmen durch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gaben knapp 30 Prozent der befragten Exportunternehmen an, keine Vorkehrungen für einen britischen EU-Ausstieg ohne Abkommen getroffen zu haben. Weitere 44 Prozent haben nur geringe Vorbereitungen getroffen.

          Dabei sind einige von ihnen laut IW auch indirekt über ihre Lieferkette betroffen. Das Ergebnis der Umfrage sei besorgniserregend, sagt IW-Ökonom Jürgen Matthes: „Wer glaubt, immer weiter abwarten zu können, um einen Notfallplan zu erstellen, irrt sich.“ Denn es seien zahlreiche Detailfragen zu prüfen, die jedes Unternehmen spezifisch für sich klären müsse. Dem IW zufolge hat eine Minderheit der Unternehmen rechtzeitig vorgesorgt und beispielsweise neue Lager angemietet, um Lieferverzögerungen zu überbrücken. Andere legten ihre Werksferien auf die heiße Brexit-Phase, um nicht im laufenden Betrieb ein Brexit-Chaos stemmen zu müssen.

          Großbritannien will der EU Ende März 2019 den Rücken kehren. Unklar ist bislang, ob bis dahin ein Abkommen zustande kommt, das einen geordneten Austritt regelt. Andernfalls käme es zu einem ungeordneten, „harten“ Brexit. Die Frist bis Ende März ist in den EU-Verträgen festgeschrieben, sie kam durch den Zeitpunkt des britischen Austrittswunsches zustande.

          Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Dieter Kempf, hatte jüngst gewarnt, falls es zu einem ungeordneten Ausscheiden Großbritanniens kommen sollte, wäre dies eine Katastrophe. Ein harter Brexit würde demnach in Europa Zehntausende von Unternehmen und Hunderttausende von Arbeitnehmern auf beiden Seiten des Ärmelkanals in größte Schwierigkeiten bringen.

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