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Zukunftsvision : Bahnchef setzt auf selbstfahrende Autos

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Deutsche Bahn-Chef Rüdiger Grube Bild: dpa

„Wir sind kein Eisenbahnunternehmen, sondern ein Mobilitätsanbieter“, sagt Bahnchef Rüdiger Grube. Und erklärt, welche Rolle Roboterautos dabei spielen sollen.

          Deutsche Bahn-Chef Rüdiger Grube will in Zukunft auch die Straße übernehmen und setzt dafür auf selbstfahrende Autos. „Das autonome Fahren auf der Straße ist für uns hoch interessant. Meine Zukunftsvision: Wir sind kein Eisenbahnunternehmen, sondern ein Mobilitätsanbieter.“

          Die Bahn werde Flotten von selbstfahrenden Autos betreiben, die „unsere Kunden bequem zum Bahnhof bringen“, so der Manager weiter gegenüber der „Bild am Sonntag“: „Je leichter ich dorthin komme, desto attraktiver wird der Zugverkehr.“

          „So viele Menschen sind noch nie ICE gefahren“

          Grube kündigte eine möglichst einfache technische Lösung über eine App an: „Wir werden unseren Kunden künftig Angebote von Haustür zu Haustür machen: Call a bike, Car to go oder Taxi, Bahnfahrt, Bus.“ Es werde in Zukunft eine App geben, über die alles gebucht werden könne.

          Für das laufende Jahr kündigte der Bahnchef so viele Passagiere im Fernverkehr an wie noch nie. Von Januar bis Ende Mai habe es einen Anstieg der Kunden um mehr als zehn Prozent auf 54,7 Millionen gegeben. „So viele Menschen sind noch nie mit ICE und IC gefahren.“ Die Bahn werde 2016 den bisherigen Passagierrekord im Fernverkehr von 132 Millionen Reisenden nochmals übertreffen. Ziel sei es, „bis 2030 auf 180 Millionen Fahrgäste jährlich zu kommen“.

          Nach Verlusten im Vorjahr soll die Bahn in diesem Jahr wieder Gewinne einfahren. „2015 war ein außergewöhnliches Jahr. Wegen des Lokführer-Streiks und wegen Abschreibungen waren wir im vergangenen Jahr im Minus. 2016 erwarten wir wieder schwarze Zahlen. Das operative Ergebnis (Ebit) werden wir trotz eines herausfordernden Umfelds steigern.“

          Grube will weiterhin versuchen, die Bahn pünktlicher zu machen: „Unser Ziel ist ehrgeizig, aber eindeutig: In diesem Jahr müssen mindestens 80 Prozent aller Fernzüge pünktlich sein, mittelfristig sogar 85 Prozent.“ Grund für die derzeitige Unpünktlichkeit seien die vielen Baustellen. „Wir verbauen in den kommenden fünf Jahren 35 Milliarden Euro. Das ist deutlich mehr als in der Vergangenheit. Das macht die Bahn zwar auf Dauer attraktiver, führt kurz- und mittelfristig aber zu mehr Verspätungen.“

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