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Zukunft des Stammwerkes : Ein zweiter Opel aus Rüsselsheim

Ein Opelmitarbeiter montiert in Rüsselsheim eine Tür an einem Opel Insignia. Bild: dpa

Opel baut in Rüsselsheim zwei Modelle – noch, denn die Produktion des Zafira läuft bald aus. Deshalb machen sich die Beschäftigten Sorgen. Doch jetzt nimmt ein neues Modell Konturen an.

          Das ausstehende zweite Modell für das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim gewinnt an Konturen. Der Autohersteller will dort ein Fahrzeug „auf einer modernen Multi-Energy-Plattform“ des Mutterkonzerns Groupe PSA bauen, wie es in einer Mitteilung heißt. Bisher wird in Rüsselsheim neben dem Mittelklassemodell Insignia noch der Familienvan Zafira gefertigt; dessen Produktion läuft allerdings in absehbarer Zeit aus.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der PSA-Konzern fertigt seine Autos auf zwei Plattformen. Die eine heißt CMP und ermöglicht außer Benziner- und Dieselvarianten auch reine Elektrofahrzeuge. Sie ist im wesentlichen für Stadtautos aller Marken der Gruppe vorgesehen. Die zweite Plattform nennen die Franzosen EMP 2. Sie ist für Diesel und Benziner geeignet sowie für Hybridfahrzeuge der Mittelklasse und der Oberklasse. PSA will nach eigenen Angaben bis 2021 acht Plug-in-Hybride der französischen Konzernmarken sowie von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall herausbringen.

          Früheren Verlautbarungen von Opel zufolge soll auch das zweite Modell aus Rüsselsheim ein Mittelklasseauto sein. Vor diesem Hintergrund dürfte dieses Fahrzeug auf der EMP-2-Plattform aufgebaut werden. Wie zu hören ist, könnte dies auch eine von Grund auf neue Version des Kompaktwagens Astra sein.

          Die aktuellen Astra-Versionen baut Opel in seinen Werken in Gliwice (Gleiwitz) in Polen und in Ellesmere Port in England – jedoch auf einer Plattform der früheren Opel-Muttergesellschaft General Motors. In den vergangenen Wochen war das Gerücht aufgekommen, das Unternehmen könnte Teile dieser Astra-Produktion in sein Stammwerk verlagern. Wie es von Opel heißt, habe dies aber niemals zur Debatte gestanden.

          Gewerkschaft will Klarheit

          Vertreter der IG Metall haben mehrfach auf Klarheit zu den Plänen für das zweite Modell gedrungen, zuletzt am Mittwoch im Verlauf eines Treffens mit der Geschäftsleitung. „Wir haben auf dieser Grundlage einen Prozess vereinbart, wie diese Themen, aber auch die noch offenen Fragen im Detail weiter besprochen werden“, teilte der Bezirksleiter der IG Metall Mitte, Jörg Köhlinger, nach dem Gespräch mit. Dabei gehe es der Gewerkschaft zum einen um die Sicherheit der Beschäftigung und der Standorte, zum zweiten um die längerfristigen Perspektiven unter den Bedingungen einer sich verändernden Mobilität. Die Opel-Geschäftsleitung hebt dazu hervor, für das Werk Eisenach seine Zusage aus dem Zukunftstarifvertrag erfüllt zu haben, in dem das Unternehmen in Thüringen den SUV GrandlandX fertige.

          Für Unruhe in der Belegschaft des Produktionswerks am Stammsitz hatte in den vergangenen Jahren das Gerücht gesorgt, dort könnten Maschinen in verschiedenen Abteilungen abgebaut und in Frankreich in PSA-Fabriken wieder aufgestellt werden. Auch mit Blick auf ausstehende Investitionen hieß es während der Betriebsversammlung am Dienstag, bis zu 5000 Arbeitsplätze könnten in den deutschen Werken – Eisenach, Kaiserslautern und Rüsselsheim – auf der Kippe stehen. Diese Zahl weist Opel aber zurück. Sie entbehre jeder Grundlage, heißt es im Adam-Opel-Haus.

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