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Zukunft der Deutschen Bank : Der Commerzbank-Kauf ist ein Luftschloss

Die Übernahme der Commerzbank wäre für die Deutsche Bank derzeit schwer zu stemmen. Bild: dpa

Auf dem Papier mag die Übernahme der Commerzbank für die Deutsche Bank reizvoll sein. Realistisch ist das derzeit aber überhaupt nicht. Ein Kommentar.

          In der Deutschen Bank zieht man auf der Suche nach einem strategischen Befreiungsschlag eine Übernahme der Commerzbank in Erwägung. Auf den ersten Blick besäße ein solcher Schritt für die Deutsche Bank Charme: Sie erhielte auf dem deutschen Markt im Privat- und Firmenkundengeschäft größere Marktanteile. Gleichzeitig würde sich das Gewicht des Investmentbankings im Konzern verringern.

          Die Deutsche Bank könnte auch demonstrieren, dass sie ihren Bekenntnissen zu Deutschland Taten folgen ließe. Hätte, könnte, sollte.

          Für die Deutsche Bank in ihrer aktuellen Verfassung wäre eine Übernahme der Commerzbank nicht leicht zu stemmen. Das knappste Gut in der Deutschen Bank ist Eigenkapital – vor allem, wenn die Beendigung des Rechtsstreits um die Russengeschäfte teurer werden sollte als erwartet.

          Strebte die Deutsche Bank nach einer stärkeren Präsenz in Deutschland, dürfte sie die Postbank nicht abgeben. Die muss aber angeblich mit Rücksicht auf das Eigenkapital verkauft werden, weil man beim aktuellen Kurs keine neuen Aktien ausgeben will. Auf dem Papier mag die Übernahme der Commerzbank reizvoll sein. Heute ist sie nur ein Luftschloss.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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