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Zukunft der Autoindustrie : In Wolfsburg wird es ernst für Volkswagen

Montage im VW-Stammwerk: Ein Wegfall von Nachtschichten und andere Eingriffe werden heiß diskutiert. Bild: Reuters

Im Stammwerk von Volkswagen sorgt der Chipmangel weiter für Kopfzerbrechen. Management und Betriebsrat ringen um eine grundlegende Neuordnung der Arbeitsweise. Fallen bald die Nachtschichten mit ihren gut dotierten Zuschlägen weg?

          4 Min.

          Es war ein hartes Jahr für den Volkswagen-Konzern, vor allem für seinen wichtigsten Standort, das Stammwerk in Wolfsburg. Der Mangel an Halbleitern belastete die Produktion in der Fabrik und spielte eine wichtige Rolle im jüngsten Machtkampf mit dem Betriebsrat, der VW-Chef Herbert Diess im Dezember fast seinen Posten gekostet hätte. Nur knapp 400.000 Autos wurden 2021 in Wolfsburg gebaut, etwa die Hälfte der zum Anfang des Jahres angepeilten Menge. Im laufenden Jahr könnten es mit 570.000 Fahrzeugen etwas mehr werden. Für eine ordentliche Auslastung ist das aber noch immer zu wenig, weshalb nun unter Hochdruck nach Lösungen für die weitere Fahrweise gesucht wird. Die Beschäftigten sind verunsichert, was Sprengkraft birgt, vor allem mit Blick auf die Betriebsratswahlen im März.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Etwa 60.000 Menschen arbeiten für VW an dem Standort, der sich über 6,5 Quadratkilometer erstreckt und damit flächenmäßig die größte Autofabrik der Welt ist. Nach einem jahrzehntelangen Strukturwandel sind die meisten davon in Bürojobs oder anderen Funktionen jenseits der klassischen Arbeit am Band tätig, aber noch immer steht die Produktion für rund 13.000 Beschäftigte. Schon vergangenes Jahr waren sie mit langen Phasen der Kurzarbeit konfrontiert. In diesem Jahr könnten nun grundlegende Eingriffe in das Schichtsystem hinzukommen. Zu viele Fragen seien noch offen, kritisierte Betriebsratschefin Daniela Cavallo vor wenigen Tagen in einer internen Mitteilung. „Wir erwarten, dass das Unternehmen jetzt zeitnah die Arbeitszeitkommission ansteuert und die Dinge beim Namen nennt.“ Die Kommission ist ein Gremium für die Mitbestimmung. Darin sitzen Vertreter der Werksleitung und des Betriebsrats, der im VW-Konzern so einflussreich ist wie in wenigen anderen deutschen Unternehmen.

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