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Hersteller von ICE und TGV : EU-Kartellbehörden kurz vor Veto gegen Siemens-Alstom-Fusion

  • Aktualisiert am

Europas Schnellzug-Größen unter sich: Vorn ein TGV von Alstom, hinten ein ICE von Siemens. Bild: Reuters

Die Zugsparten von Siemens und Alstom wollen zusammengehen, auch die Regierungen möchten einen „europäischen Champion“. Doch die Brüsseler Wettbewerbshüter sollen nun ein Datum für ihre Ablehnung genannt haben.

          Trotz politischer Unterstützung der Regierungen in Berlin und Paris steht die geplante Fusion der Zugsparten von Siemens und Alstom offenbar vor dem Aus. Die EU-Kommission werde am 6. Februar ihr Veto gegen die Fusion bekanntgeben, erklärten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag. Die EU-Wettbewerbsbehörden hatten wiederholt Bedenken gegen den Zusammenschluss zum weltweit zweitgrößten Zughersteller geltend gemacht.

          Die beiden Unternehmen ringen seit Monaten mit der EU-Kommission um die Fusion der Siemens-Sparte Mobility mit dem französischen Bahntechnikkonzern, der den Hochgeschwindigkeitszug TGV baut. Vor allem EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat wiederholt schwere Bedenken geäußert, da eine Fusion den Wettbewerb gefährde – zulasten von Bahnunternehmen und Passagieren. Siemens lehnte nach Angaben aus Unternehmenskreisen zuletzt weitere Zugeständnisse ab.

          Die Fusionspartner hatten zuvor angeboten, Teile des Signaltechnikgeschäfts zu verkaufen und Technologie für den Bau von Hochgeschwindigkeitszügen der Konkurrenz zur Verfügung zu stellen. Umstritten war zuletzt auch die Frage, wie weit Siemens seine Zug-Patente öffnen muss.

          Konkurrenz aus China

          Die Firmen argumentieren mit wachsender Konkurrenz durch den Weltmarktführer CRRC aus China. Alstom und die etwas größere Siemens-Verkehrssparte, die die ICEs herstellt, sind mit Erlösen von zusammen rund 15 Milliarden Euro die beiden Marktführer in Europa, wo die Chinesen trotz ihrer weltweiten Umsätze von gut 30 Milliarden Euro bisher kaum präsent sind. Zu den größten Branchenkunden in Europa zählen die Deutsche Bahn und die französische Staatsbahn SNCF.

          Die deutsche und die französische Regierung unterstützen das Vorhaben, das im Wettbewerb mit den Chinesen einen europäischen Champion schaffen soll, ähnlich wie Airbus in der Luftfahrtbranche.

          Siemens hat für den Fall eines Scheiterns der Fusion angekündigt, auch einen Börsengang für seine Bahntechniksparte Siemens Mobility zu erwägen.

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