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Zins-Manipulation : Deutscher Bank droht hohe Strafe

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt Bild: Fabian Fiechter

Noch in diesem Jahr will sich die EU-Komission mit der Deutschen Bank auf eine Strafe in dreistelliger Millionenhöhe verständigen. Weitere Institute stehen ebenfalls vor einem Vergleich.

          Die Deutsche Bank steht wegen angeblicher Zinsmanipulationen vor einer Strafe in dreistelliger Millionenhöhe. Zusammen mit anderen Banken verhandelt sie derzeit mit der EU-Kommission über einen Vergleich, wie aus Finanzkreisen am Dienstag verlautete. Die Deutsche Bank wollte dies nicht kommentieren.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bei den Verhandlungen geht es um Absprachen des für Eurogeschäfte maßgeblichen Interbankenzinssatzes Euribor. Einer Meldung der britischen Wirtschaftszeitung „Financial Times“ zufolge strebt die Kommission eine Strafzahlung je Bank von bis zu 800 Millionen Euro an. Weitere Banken, die von dem Vergleich betroffen sein könnten, sollen offenbar Royal Bank of Scotland und Société Générale sein.

          Einigung mit EU-Komission bringt Zehn-Prozent-Rabatt

          Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete, dass sich die britische HSBC aus den Verhandlungen zurückgezogen habe und einen Vergleich ablehne. Weltweit prüften Behörden, ob mehr als ein Dutzend Finanzinstitute, darunter auch die Deutsche Bank, gemeinsam verschiedene Benchmark-Zinssätze manipuliert haben, um ihre wahren Kreditkosten zu verschleiern. Banken, die einen Vergleich mit der EU-Kommission ablehnen, würden ihre Chance auf einen Zehn-Prozent-Nachlass bei möglichen Geldbußen verlieren, heißt es weiter bei Bloomberg.

          Die Manipulationen beim Euribor sind nur eine der vielen Schauplätze für Rechtsstreitigkeiten bei der Deutschen Bank. Wegen der Zinsabsprachen beim für Dollar-Geschäfte maßgeblichen Libor dürften der Deutschen Bank zusätzliche Strafen in den Vereinigten Staaten und Großbritannien drohen. Weltweit haben die Aufseher bislang Strafen von insgesamt rund 3,7 Milliarden Dollar wegen des Libor-Skandals ausgesprochen.

          Erst in der vergangenen Woche einigte sich die niederländische Rabobank mit den Aufsehern auf die Zahlung von 774 Millionen Euro. Die bisherige Rekordstrafe bekam die Schweizer UBS mit 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) aufgebrummt. Ebenfalls belangt wurden bereits die RBS und Barclays.

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