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Folgen der Corona-Krise : ZF Friedrichshafen streicht bis zu 15.000 Stellen

  • Aktualisiert am

ZF produziert zum Beispiel Getriebebremsen. Bild: dpa

Nicht mehr nur Kurzarbeit: Durch die Corona-Krise bauen jetzt die ersten Großunternehmen dauerhaft Stellen ab.

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          Beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen sollen wegen des Absatzeinbruchs in der Corona-Krise in den kommenden fünf Jahren bis zu 15.000 Stellen gestrichen werden. „Aus heutiger Sicht müssen wir bis 2025 weltweit unsere Kapazitäten anpassen und 12.000 bis 15.000 Arbeitsplätze abbauen, davon etwa die Hälfte in Deutschland“, heißt es in einem Brief von Vorstandschef Wolf-Henning Scheider an die 148.000 Mitarbeiter. Dem Konzern, der zwei Stiftungen gehört, drohten „als Folge des Nachfragestopps auf Kundenseite“ in diesem Jahr „hohe finanzielle Verluste“, schrieb Scheider der Belegschaft.

          Der Vorstand macht sich offenbar Sorgen, dass die Banken und andere Gläubiger die Kredite kündigen, die ZF Friedrichshafen für die milliardenteuren Zukäufe von TRW und Wabco in den vergangenen Jahren aufgenommen hat. Solche Übernahmekredite sind in der Regel an die Erfüllung bestimmter Kennzahlen – meist des operativen Gewinns – geknüpft.

          Das bedrohe „unsere finanzielle Unabhängigkeit“, schrieb der Vorstandschef. „Wenn wir bestimmte Kennzahlen verfehlen, könnten externe Kreditgeber Einfluss auf unser Geschäftsentscheidungen fordern. Wir möchten das verhindern und weiterhin unabhängig den ZF-Weg gehen.“ Ein ZF-Sprecher wollte sich zu dem Brief nicht äußern: „Wir nehmen zu interner Kommunikation mit unseren Teams keine Stellung.“

          Der Vorstand habe die Gewerkschaft IG Metall und die Arbeitnehmervertreter bereits über die Lage und die geplanten Maßnahmen informiert, hieß es in dem Brief weiter. Die Details würden in den nächsten Wochen ausgearbeitet. „All dies ist leider notwendig, um ZF nachhaltig zu sichern und an die neue wirtschaftliche Realität anzupassen.“

          Die zur Bewältigung der Corona-Krise getroffenen Vereinbarungen, etwa zu Kurzarbeit und Gehaltsverzicht, reichten bei weitem nicht aus. „Denn die Krise wird länger dauern und wir werden selbst 2022 beim Umsatz spürbar unter unseren Planungen liegen.“

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