https://www.faz.net/-gqe-94f19

F.A.Z. exklusiv : ZF-Aufsichtsrat berät über Chefwechsel

Stefan Sommer ist derzeit Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG. Bild: EPA

Der Konflikt um die Strategie für den drittgrößten Autozulieferer der Welt eskaliert. Eine Ablösung des Vorstandsvorsitzenden soll schon nächste Woche entschieden werden, hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung erfahren.

          Der Konflikt um die Strategie für den drittgrößten Autozulieferer der Welt, die ZF Friedrichshafen AG, eskaliert. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll schon in der bevorstehenden Woche der Aufsichtsrat des Unternehmens zusammentreten und darüber beraten, den Vorstandsvorsitzenden Stefan Sommer abzulösen.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Die nächste reguläre Aufsichtsratssitzung war erst für den 12. Dezember vorgesehen. Dass es für Sommer eng werden könnte, hat sich angedeutet, weil der seit fast zehn Jahren amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Giorgio Behr für seinen Rückzug nicht das Ende seiner Amtszeit im Frühjahr abwartete, sondern schon vorige Woche seinen Rücktritt angekündigt hatte. Er wolle Veränderungen nicht im Weg stehen, hatte er dazu mitgeteilt – womit offenbar gemeint ist, dass er nicht aktiv daran mitwirken will, den von ihm lange unterstützten Vorstandschef Sommer zu stürzen.

          Für Verhandlungen mit Sommer über seinen Rückzug von der Konzernspitze steht Behr somit nicht zur Verfügung. Stattdessen wird der Aufsichtsrat einen Bevollmächtigten bestimmen müssen oder sofort einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden aus den eigenen Reihen wählen. Als Kandidat für diesen Posten wird der 71 Jahre alte Franz-Josef Paefgen gehandelt, der seit dem Jahr 2008 dem ZF-Aufsichtsrat angehört. Paefgen war bis 2002 Audi-Chef und führte danach noch die VW-Tochtergesellschaft Bentley.

          Automobile Kompetenz im Kontrollgremium verkörpern zudem noch der frühere BMW-Personalvorstand Ernst Baumann sowie Jürgen Otto, der aktuell noch den Autozulieferer Brose leitet, sich aber im nächsten Jahr neuen Herausforderungen zuwenden will. Der Aufsichtsratsvorsitz von ZF, so soll Otto schon deutlich gemacht haben, gehört nicht dazu.

          Mit der erwarteten Entscheidung über die Demission des 54 Jahre alten promovierten Ingenieurs Sommer verbinden zumindest einige Aufsichtsratsmitglieder die Hoffnung, dass die von Sommer vorangetriebene Expansionsstrategie gestoppt werden könnte. Höhepunkt war die Übernahme des amerikanischen Zulieferers TRW, der Kompetenzen für das Zukunftsthema Autonomes Fahren mitbringt und damit die Abhängigkeit des Antriebsspezialisten ZF vom Verbrennungsmotor deutlich verringert. Sommers Vertrag als Vorstandschef ist voriges Jahr noch um weitere fünf Jahre bis zum Frühjahr 2022 verlängert worden. IG-Metall-Sekretär Frank Iwer, der stellvertretende ZF-Aufsichtsratschef, kommentierte das damals mit der Aussage: „Wir sind der Auffassung, dass ZF strategisch auf richtigem Kurs ist – ein maßgebliches Verdienst von Stefan Sommer.“

          Weitere Themen

          Die Gamescom-Highlights im Überblick Video-Seite öffnen

          Videorundgang : Die Gamescom-Highlights im Überblick

          Ab heute können alle auf die Gamescom. Doch welche Hallen und Stände lohnen einen Besuch? F.A.Z.-Redakteur Bastian Benrath verrät es auf einem Videorundgang.

          Topmeldungen

          Klimaaktivistin in Amerika : „Greta ist das Böse“

          Greta Thunberg wird in den Vereinigten Staaten nicht nur von begeisterten Aktivisten empfangen. Auch die Lobbyisten aus dem Lager der Klimawandel-Leugner laufen sich schon warm.

          Luxusbauten in New York : Ästhetische Abschottung

          Ein Penthouse für 239 Millionen Dollar: Die Wohlhabendsten schauen von immer größeren Höhen auf das Stadtvolk hinab. New York baut jetzt superdünn.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.