https://www.faz.net/-gqe-9ivp1

Nachhaltige Landwirtschaft : Protest mit Zehntausenden Menschen und 170 Traktoren

  • Aktualisiert am

Bild: EPA

Unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ sind Zehntausende Menschen in Berlin für eine ökologischere Landwirtschaft auf die Straße gegangen. Die Veranstalter sprechen von 35.000 Teilnehmern.

          Angeführt von etwa 170 Traktoren sind in Berlin nach Angaben der Veranstalter etwa 35.000 Menschen für eine klimaschonendere Landwirtschaft und gesundes Essen auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach bei der Demonstration am Samstag im Stadtteil Mitte von „mehreren Zehntausend“ Teilnehmern. Eine genauere Zahl nannte ein Sprecher nicht. Der Polizei zufolge verlief der Protestzug zunächst friedlich.

          Unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt!“ hatten Landwirte sowie Tier- und Umweltschützer anlässlich der Messe „Grüne Woche“ für Samstagmittag zu der Demonstration aufgerufen. Los ging es aber schon am Morgen mit einer Sternfahrt der Traktoren zum Brandenburger Tor.

          Auf drei Routen waren Landwirte von Brandenburg aus in die Stadt gefahren. An der Agrarminister-Konferenz im Außenministerium übergaben sie eine Protestnote. Darin stand, dass „bäuerliche Arbeit auf den Äckern und Feldern und in den Ställen etwas sehr Wertvolles und vor allem Schützenswertes“ sei.

          „Die Agrarindustrie lässt uns kleine Bauern wegsterben“

          Am Brandenburger Tor zeigte sich ein buntes Bild: Demonstranten in Bienen und Imkerkostümen, überlebensgroße Luftballons in Form von Insekten und viele Transparente. Unter den Demonstrierenden war auch Grünen-Chef Robert Habeck. Er rief dazu auf, bewusst einzukaufen, zu kochen und sich zu ernähren. „Wir müssen wegkommen im Alltag von diesem ,Wir stopfen uns noch schnell Kalorien rein, und es ist egal, wie sie entstanden sind'.“

          Gegen Mittag setzten sich die Traktoren ein zweites Mal in Bewegung. Sie führten die Demo noch einmal zur Agrarminister-Konferenz. Anschließend ging es zurück durch das Regierungsviertel.

          Auf die Frage, warum er mit seinem Traktor zu der Demo gekommen sei, sagte Werner Ruf, Landwirt aus dem hessischen Bad Nauheim: „Weil die Agrarpolitik die letzten Jahre immer schlechter wird statt besser.“ Eine Landwirtin aus dem niedersächsischen Wendland sagte: „Die Agrarindustrie lässt uns kleine Bauern wegsterben.“ Ihre Familie müsse jedes Jahr gucken, wie es weitergehe.

          Weitere Themen

          Geld nur gegen Reformen

          Eurobudget : Geld nur gegen Reformen

          Das künftige Budget für die Eurozone soll Reformen vorantreiben. So steht es in einem deutsch-französischen Papier, das der F.A.Z. vorliegt. Auch mögliche Finanzierungsquellen werden darin genannt.

          3 Monate Gelbwesten-Bewegung Video-Seite öffnen

          Wie geht es weiter? : 3 Monate Gelbwesten-Bewegung

          In französischen Hauptstadt Paris sind am Sonntag erneut Tausende Menschen, die sich der Gelbwestenbewegung angeschlossen haben, auf die Straße gegangen. Auch nach drei Monaten der Proteste ist das Ziel noch das gleiche: Präsident Emmanuel Macron zum Rücktritt bewegen.

          Topmeldungen

          Orbán terrible : Ein Mann entzweit die Union

          Für die Union ist das Verhältnis zu Ungarns Ministerpräsidenten Orbán ein Balanceakt. Die CSU-Oberen suchten lange seine Nähe – Angela Merkel tat das nicht.
          Unter Druck: AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel am Donnerstag im Bundestag

          Spendenaffäre : Eine Blamage für die AfD

          Die Spendenaffäre ist für die AfD eine inhaltliche Bankrotterklärung. Sie belegt die tief in der Partei verankerte Verantwortungslosigkeit, die innerhalb der AfD gerne als Freiheit verkauft wird. Ein Kommentar.

          Brexit-Krise : Muss May in drei Monaten zurücktreten?

          Großbritannien will am 29. März aus der EU austreten – wenn es nach May geht zur Not auch ohne Abkommen mit Brüssel. Danach könnte für die Premierministerin Schluss sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.