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Zehn Prozent : Daimler steigt bei russischem Lkw-Bauer Kamaz ein

  • Aktualisiert am

In Russland ist Kamaz Marktführer im Lkw-Geschäft Bild: AP

Der Autohersteller Daimler ist mit zehn Prozent beim russischen Lkw-Marktführer Kamaz eingestiegen. 250 Millionen Dollar kostet das die Stuttgarter. Geplant war aber ursprünglich noch mehr: Eigentlich wollte Daimler 42 Prozent der Kamaz-Anteile kaufen, nahm wegen der Finanzkrise aber davon Abstand.

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          Der Autobauer Daimler ist mit zehn Prozent beim russischen Lkw-Marktführer Kamaz eingestiegen. Für den Anteil der russischen Investmentbank Troika Dialog zahlen die Stuttgarter 250 Millionen Dollar (rund 190 Millionen Euro), wie eine Daimler-Sprecherin am Freitag sagte. Die Investition solle noch im Dezember erfolgen.

          Bei einer positiven Entwicklung des Geschäfts werde Daimler im Jahr 2012 noch bis zu 50 Millionen Dollar zusätzlich für die zehn Prozent bezahlen. Die Schwaben halten sich außerdem die Möglichkeit offen, ihren Anteil an Kamaz aufzustocken.

          „Vorsichtiger Markteintritt“

          Daimler hatte seit Ende Juli die Übernahme von 42 Prozent der Kamaz-Anteile von der russischen Investmentgesellschaft Troika Dialog geprüft. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise wurde nun ein „vorsichtiger Markteintritt gewählt“, sagte die Sprecherin. Zudem ergebe sich eine geringere Cashflow-Auswirkung für Daimler.

          Die Transaktion gilt vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden. Dazu liegen bereits beim Bonner Bundeskartellamt sowie der russischen Aufsichtsbehörde Anfragen vor. In die Partnerschaft wird Daimler seine technische Kompetenz einbringen, während Kamaz sein Service- und Vertriebsnetz zur Verfügung stellt.

          Kurzfristig eingetrübte Marktchancen

          Kurzfristig seien die Marktchancen in Russland aufgrund der aktuellen Krise etwas eingetrübt, räumte die Sprecherin ein. Auf lange Sicht gehe der Stuttgarter Konzern jedoch weiterhin davon aus, dass der Markt stark wachsen werde. Ende Juli waren die Wachstumsraten für neue Lastwagen in Russland für die nächsten beiden Jahre auf 20 Prozent beziffert worden.

          Für den Eintritt in den russischen Volumenmarkt hatte Daimler alternativ zur Partnerschaft mit Kamaz auch den Bau eines eigenen Werks in Russland erwogen.

          Kamaz erzielte im vergangenen Jahr mit einem Absatz von über 53.000 Lkw einen Marktanteil von 30 Prozent Umsatz und erwirtschaftete einen Umatz von 3,8 Milliarden Dollar. Daimler Trucks verkaufte 2007 in Russland 1300 Neufahrzeuge.

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