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Marktführer für Angelgerät : Sie helfen beim Fischen

  • -Aktualisiert am

Ein riesiger Wels, der aus dem italienischen Fluss Po geangelt wurde. Bild: AP

Zebco aus Niedersachsen ist einer der größten Hersteller von Anglerausstattung in Europa. In Deutschland angeln Millionen Menschen zumindest gelegentlich. Das Hobby soll die Gelassenheit fördern.

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          Die Zebco Europe GmbH aus dem niedersächsischen Tostedt ist nach eigenen Angaben einer der größten Hersteller von Anglerausstattung in Europa. In Deutschland gibt es nach der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse gut eine Million Menschen, die oft angeln, und rund 5,5 Millionen, die es ab und zu tun.

          Mit der Marke „Black Cat“ sei man auf dem europäischen Markt für Welsangler führend, sagt Geschäftsführer Frerk Petersen. Welse sind groß, Fanggewichte bis 50 Kilogramm und eine Länge von 1,5 Meter sind keine Seltenheit. Daher braucht man für das Welsfischen besonders stabile Ruten, Rollen, Schnüre und Zubehör.

          Weitere Marken des Unternehmens sind Browning, Quantum, Radical, Rhino, Zebco und Magic Trout. Sie sind auf bestimmte Arten des Angelns abgestimmt. „Der europaweite Umsatz von Zebco wächst nach den schweren Jahren 2017 und 2018 mit Überflutungen und anschließender Trockenheit wieder zweistellig. Für 2020 werden mitsamt den Vertriebsbüros in England, Frankreich und Polen knapp 20 Millionen Euro angepeilt“, berichtet der Geschäftsführer.

          Mehr Produkte aus Carbon

          Der 54 Jahre alte Petersen angelt seit Kindertagen. Er betreibt Friedfischangeln, das Angeln von Fischen, die keine anderen Fische fressen. Er angelt auch Lachse und Dorsche. „Der größte Fisch, den ich je gefangen habe, war ein Wels am italienischen Fluss Po. Er war rund 2,20 Meter groß“, erzählt Petersen, der Fischereibiologe ist.

          Unter den 5500 Produkten von Zebco sind rund 25 Prozent Angelrollen und 50 Prozent Angelzubehör. „Die günstigsten Angelruten und -rollen liegen bei etwa 10 bis 15 Euro Endverbraucherpreis, die teuersten liegen voll ausgestattet bei über 5000 Euro“, sagt Petersen.

          Über die Veränderung des Sortiments sagt der Angler: „Es gibt weniger Produkte, die jetzt aber besser sind. Zudem werden unsere Produkte mehr aus Carbon hergestellt.“ Die Produkte werden in der Regel bei Zebco entwickelt und in China und Korea hergestellt. Den Marktanteil in Deutschland schätzt Petersen auf 5 bis 7 Prozent. Deutschland ist der Hauptabsatzmarkt. Man entwickle und überarbeite jedes Jahr 800 bis 1000 Produkte.

          Eigener Youtube-Kanal

          Werbung über soziale Medien wird wichtiger. Auf Youtube hat man den Kanal Zebco.TV und mindestens dreißig weitere Kanäle. „Somit können wir möglichst viele Altersgruppen ansprechen“, sagt Petersen. Zebco ist auch durch Angler und Weltmeister vertreten. Einer ist der Engländer Bob Nudd, der viermal einzeln im Friedfischangeln gewonnen hat. Diese Repräsentanten nehmen an Events wie der Lachsangelveranstaltung in Skandinavien teil.

          Angeln spielt für viele Menschen eine bedeutende Rolle, so auch für den 55 Jahre alten Thomas Bull, der schon seit seinem zwölften Lebensjahr angelt. Angeln schenke ihm Lebensfreude und Gelassenheit, erzählt Bull. Er angele, um mit der Natur verbunden zu sein. Um einen guten Angelplatz zu finden, „lese“ er die Natur. Er schaut zum Beispiel, wohin die Wellen fließen oder wo die Wasservögel sind.

          „An der Stelle im Wasser, an der die Vögel ihre Hälse reinstecken, haben sie Futter entdeckt. Somit weiß man, wo sich die Fische befinden.“ Anhand der Vogelart könne man erkennen, um welche Fischart es sich handele. „Wenn jedoch zum Beispiel keine Vögel auf dem Gewässer zu sehen sind, kann man auch nach der Wellen- oder Windrichtung gucken“, berichtet der Bankkaufmann.

          Mit das Schönste am Angeln seien Monotonie und Routine und „dass man völlig runterkommen kann“, sagt Bull. Er berichtet von einem besonders schönen Erlebnis: „Ich war zwischen dem Festland und einer Insel und hatte kaum Sicht und tastete mich mit meinem Watstock vorsichtig ins Wasser. Als ich dort ein paar Minuten stand, hörte ich plötzlich ein Geräusch, und es kam von einer Walschule. An mir vorbei schwammen etliche Schweinswale.“

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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