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Onlinemodehändler : Zalando schreibt erstmals schwarze Zahlen

  • Aktualisiert am

„Schrei vor Glück oder schick’s zurück“ war mal der Werbespruch von Zalando. Dies war wohl einer der Gründe, warum Zalando erst jetzt schwarze Zahlen schreibt. Bild: dpa

Im Jahr 2008 wurde Zalando gegründet. Doch erst jetzt gelingt es dem Unternehmen, Geld zu verdienen. An den kostenlosen Rücksendungen will der Modehändler dennoch festhalten.

          Onlinehändler und Börsenkandidat Zalando hat im ersten Halbjahr erstmals operativ Gewinn gemacht. Der sogenannte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf 12 Millionen Euro - noch in der entsprechenden Zeit des vergangenen Jahres fiel ein Minus von 109 Millionen Euro an, teilte das Unternehmen an diesem Donnerstag mit. Der Umsatz schoss um knapp 30 Prozent auf mehr als 1 Milliarde Euro.

          Die deutlich besseren Zahlen resultierten aus Optimierungen entlang aller wesentlichen Kostenpositionen einschließlich Wareneinsatz, Logistik und Marketing, erklärte Vorstandsmitglied Rubin Ritter. „Das Erreichen einer positiven Ebit-Marge im ersten Halbjahr 2014 ist ein großer Erfolg für Zalando.“ Zumal die erste Jahreshälfte in der Regel schwächer sei als die zweite.

          Zalando lotet derzeit einen Börsengang aus, der Mittel für die geplante Expansion in die Kassen spülen soll. Die Internet-Investoren Samwer, mit deren Geld Zalando groß geworden war, sind mit 17 Prozent der zweitgrößte Anteilseigner hinter dem schwedischen Finanzinvestor Kinnevik, der 36,5 Prozent hält. Weitere Miteigentümer sind neben Tengelmann mit etwas mehr als fünf Prozent der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen mit zehn Prozent sowie Holtzbrinck Ventures und der kanadische Pensionsfonds OTPP.

          Zalando hat nach bisherigen Angaben eine hohe Rücksendequote von 50 Prozent gemessen am Umsatz, das ist auch ein wichtiger Kostenfaktor. Dennoch will der Modehändler  an seinem Geschäftsmodell mit kostenlosen Retouren festhalten, während viele Konkurrenten neue Möglichkeiten zur Einschränkung der Rücksendungen nutzen. Die Rücksendequote zu senken könne kein Selbstzweck sein, sagte Zalando-Vorstand Rubin Ritter. „Das führt dazu, dass die Kunden weniger bestellen und wir mit diesen Kunden weniger Gewinn machen.“

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