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Quartalszahlen der Tech-Firmen : Amazon ist Gewinner in der Corona-Krise

Dabei konnte der Konzern diesmal auch für das iPhone, sein mit Abstand wichtigstes Produkt, wieder Wachstum vermelden. Die Umsätze mit dem Gerät stiegen um zwei Prozent auf 26,4 Milliarden Dollar. Cook führte dies unter anderem auf eine hohe Nachfrage nach dem neuen und vergleichsweise billigen Modell iPhone SE zurück, darüber hinaus hätten staatliche Konjunkturpakete und Lockerungen von Ausgangsbeschränkungen geholfen. Vor allem im Mai und im Juni hätten sich iPhones besser verkauft als erwartet.

Auch mit Blick auf die Zukunft bleibt Apple optimistisch und sagt für das nächste Quartal eine ähnliche Entwicklung voraus wie im abgelaufenen Quartal. In der jüngeren Vergangenheit hatte das Unternehmen für das iPhone wiederholt Umsatzrückgänge ausgewiesen. Jenseits seines Vorzeigeprodukts hat Apple in den abgelaufenen drei Monaten auch in allen anderen Produktkategorien die Umsätze gesteigert.

Bei den Internetkonzernen Facebook und Alphabet hat sich das Wachstum abgeschwächt, aber auch sie schnitten besser als erwartet ab. Facebook meldete ein Umsatzplus von elf Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit 17,4 Milliarden Dollar gerechnet. Im ersten Quartal waren die Umsätze noch um 18 Prozent gewachsen. Der Nettogewinn in den vergangenen drei Monaten lag bei 5,2 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie von 1,80 Dollar war um 41 Cent besser als erwartet.

Facebook sagte, in den ersten drei Juli-Wochen seien die Werbeumsätze um zehn Prozent gestiegen, und ein ähnliches Wachstum werde auch für das gesamte dritte Quartal erwartet. Das würde den Schluss nahelegen, dass der Werbeboykott, der Anfang Juli begann, sich bislang nicht allzu stark auf das Geschäft ausgewirkt hat und Facebook dies auch in den kommenden Monaten nicht erwartet.

Hunderte von Unternehmen, darunter Großkonzerne wie Volkswagen, Coca-Cola und Starbucks, haben angekündigt, vorübergehend keine Anzeigen auf Facebook zu schalten. Sie folgten damit einem Aufruf von Menschenrechtsorganisationen, nach deren Auffassung das soziale Netzwerk zu wenig gegen Hasskommentare tut. Allerdings macht Facebook den überwiegenden Teil seines Geschäfts nicht mit großen Unternehmen, sondern mit kleineren Betrieben. Finanzvorstand David Wehner sagte, die hundert größten Werbekunden hätten zuletzt zusammen 16 Prozent des gesamten Werbeumsatzes eingebracht, mit fallender Tendenz. Geschäftsführerin Sheryl Sandberg gab zu, Facebook habe im Kampf gegen fragwürdige Inhalte noch mehr Arbeit vor sich. Das Unternehmen gehe aber nicht aufgrund des Drucks von Werbekunden gegen solches Material vor, sondern weil es „das Richtige“ sei.

Seitenhieb von Zuckerberg

Vorstandschef Mark Zuckerberg, dem in jüngster Zeit von manchen Kritikern vorgehalten wurde, er komme Donald Trump und der Republikanischen Partei allzu sehr entgegen, leistete sich in der Telefonkonferenz einen Seitenhieb auf die amerikanische Regierung. Er nannte den jüngsten verstärkten Anstieg der Corona-Infektionen in Amerika „unglaublich enttäuschend“ und fügte hinzu, die Regierung hätte dies verhindern können, wenn sie besser reagiert hätte.

Alphabet, die Mutterholding von Google, musste im vergangenen Quartal ein ungewohntes Umsatzminus von zwei Prozent auf 38,3 Milliarden Dollar hinnehmen. Es war der erste Rückgang seit Googles Börsengang im Jahr 2004. Der Konzern lag damit aber über den von Analysten erwarteten 37,4 Milliarden Dollar, Vorstandsvorsitzender Sundar Pichai sagte außerdem, er sehe „frühe Zeichen für eine Stabilisierung“ im angelaufenen Quartal.

In den vergangenen drei Monaten ist das angestammte Geschäft mit Werbung rund um Internetsuche geschrumpft. Die Umsätze mit der Videoseite Youtube sind dagegen gestiegen, im Geschäft mit Cloud Computing gab es sogar ein Wachstum von mehr als 40 Prozent. Der Nettogewinn lag bei knapp sieben Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie betrug 10,13 Dollar, Analysten hatten mit 8,21 Dollar gerechnet.

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