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Youtube-Manager Mohan : „Verschwörungstheorien müssen verschwinden“

Youtube-Manager Neal Mohan Bild: Getty

Ist Youtube eine Einstiegsdroge für haltlose Theorien und Verschwörungsmythen? Der Youtube-Manager Neal Mohan über Trumps gefährliche Corona-Ratschläge, den Kampf gegen Falschmeldungen und einen neuen Faktencheck.

          4 Min.

          Herr Mohan, ist Youtube eine Einstiegsdroge für Verschwörungstheorien?

          Corinna Budras

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Youtube ist vor 15 Jahren gestartet als eine offene Plattform, die die Möglichkeit für alle Menschen auf der Welt geschaffen hat, ihre Ideen zu teilen. Dazu gehören natürlich auch Dinge, die uns vielleicht nicht passen. Aber das ist nun einmal die Konsequenz einer offenen, diversifizierten Plattform. Darauf sind wir sehr stolz. Wir hatten immer Richtlinien, in denen wir klarstellen, welche Inhalte auf der Seite bleiben können und welche wir herunternehmen müssen, um unsere Partner und unsere Kreativen zu schützen. In den vergangenen Jahren haben wir sie etliche Male geändert.

          Was sind die größten Lügen auf Youtube?

          Einige betreffen natürlich die Covid-19-Pandemie, sie ist schließlich unsere größte humanitäre Krise. In jeder Krise gibt es Menschen, die Lügen verbreiten, entweder aus ideologischen oder aus kommerziellen Gründen. In dieser Hinsicht ist Covid-19 nicht anders als andere Ereignisse. Aber speziell ist sie natürlich wegen der dramatischen Auswirkungen: Wir müssen die Falschinformationen bekämpfen, weil das Leben von Menschen auf dem Spiel steht. Schon vor der Pandemie haben wir Maßnahmen ergriffen, damit sich medizinische Unwahrheiten nicht verbreiten, etwa über Mittel, die entweder unwirksam oder sogar schädigend sind.

          Haben Sie ein konkretes Beispiel?

          Vor wenigen Monaten hätten wir nicht im Traum daran gedacht, dass die 5G-Technologie mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden könnte. Aber das ist geschehen. Deshalb mussten wir innerhalb von Stunden dafür sorgen, dass diese Inhalte so schnell wie möglich von unserer Plattform verschwinden. Der Grund dafür ist ganz einfach: wenn Sie tatsächlich glauben, dass Corona durch 5G verursacht wird, glauben Sie umgekehrt nicht, dass die Krankheit durch ein Virus ausgelöst wird. Dann tragen Sie auch keine Maske und halten keinen Abstand. Deshalb müssen diese Verschwörungstheorien verschwinden.

          Das wird in den nächsten Monaten auch noch so weitergehen. Wenn es einen Impfstoff gibt, möchten wir den Nutzern so schnell wie möglich die neuesten Informationen geben. Wir arbeiten mit 85 medizinischen Institutionen auf der ganzen Welt zusammen, inklusive den Behörden in Deutschland. Vielleicht haben Sie es schon bemerkt, dass es Info-Kästen auf der Seite gibt, die die Nutzer auf die relevanten Informationen hinweisen. Das Gleiche gilt, wenn Sie Filme über Covid-19 sehen oder danach suchen. Diese Kästen wurden inzwischen auf der ganzen Welt über 400 Milliarden Mal angeklickt.

          Nun ist ja ausgerechnet der amerikanische Präsident Donald Trump auch eine Quelle von Falschinformationen. Ihn haben Sie aber noch nicht gestoppt.

          Wir treffen Entscheidungen anhand von Inhalten – unabhängig davon, wer sie verbreitet. Unsere Richtlinien betreffen deshalb jeden, egal ob es sich um ein Staatsoberhaupt oder einen normalen Staatsbürger handelt.

          Das Video über seine Pressekonferenz, in der er schädliche Methoden gegen Covid-19 propagierte, haben Sie jedenfalls nicht gelöscht.

          Das lag in diesem Fall daran, dass er die Richtlinien noch nicht verletzt hat. So wie er es formuliert hatte, war es sehr spekulativ und keine direkte Aufforderung, ein bestimmtes Mittel zu spritzen. Wir haben aber schon Aussagen des brasilianischen Präsidenten Bolsonaro von unserer Plattform verbannt, weil sie falsch waren.

          Was tun Sie konkret gegen Hetze und Falschinformationen?

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