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Kommentar : Siegel ohne Wert

  • -Aktualisiert am

Eine DLG-Prüferin testet Fisch. Bild: dpa

Es gibt kaum noch ein Lebensmittel, das nicht das DLG-Siegel bekommen hat. Schon die Silbermedaille stellt das Siegel infrage.

          Wenn die sensorischen sogenannten Qualitätstests der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft dem Allgemeinwohl dienen würden, dann müsste die verantwortliche „DLGTestService GmbH“ ein gemeinnütziger Verein sein. Aber die Tests dienen als einträgliche Umsatzquelle. Als Verbraucher hat man den Eindruck, es gäbe selbst im billigsten Discount kaum noch ein Lebensmittel, das nicht das DLG-Siegel bekommen hat.

          Kleinvieh macht Mist, für jeden der jährlich 30.000 Test zahlen die Hersteller eine Gebühr. Das Prüfverfahren hat sich in den vergangenen Jahrzehnten meilenweit von der Ursprungsidee gelöst. Handwerkliche Betriebe, etwa Wursthersteller, haben die Tradition der sensorischen Prüfung begonnen, die ihre Berechtigung hat.

          Aber ein Qualitätssiegel suggeriert mehr: Aussagekraft über Inhaltsstoffe, Produktionsweise, die Herkunft der Zutaten. Es war der Discount – Ketten wie Aldi und Lidl –, der das Siegel als Marketinginstrument für Lebensmittel von sogenannten „B-Lieferanten“, also Billiganbietern, liebt. Es ist stets dick auf die Verpackungen gedruckt und findet sich in den Broschüren, auf Websites und auf Werbeplakaten.

          Ein simpler Versuch von einigen Journalisten hat ein Licht auf die Fragwürdigkeit des DLG-Siegels geworden. Die Silbermedaille für die gepanschte Wurst stellt das Siegel infrage.

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