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Das Unternehmergespräch : „Die Frauen entscheiden über die Einrichtung“

Wolfgang Kettnaker Bild: Unternehmen

Premiummöbel aus deutscher Produktion – Wolfgang Kettnaker setzt dem Gigantismus der Branche Raffinesse und Unabhängigkeit entgegen.

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          Die Idee ist typisch für Wolfgang Kettnaker. Zum 150-jährigen Bestehen gibt es kein pompöses Jubiläumsfest. Stattdessen rückt der Inhaber die Stärken seines Unternehmens in den Mittelpunkt – und zwar mit dem „Meisterstück 150“. Das Besondere an den rund 10.000 Euro teuren Sideboards und Kommoden, die es in limitierter Auflage von 150 Stück gibt, sind die raffinierten Oberflächen. Die sechs Millimeter dünnen Furniere aus Nussbaum werden von Hand so auf dem Korpus aufgebracht, dass die Maserungen vertikal und horizontal über das gesamte Möbelstück verlaufen. Zwei Mitarbeiter sind zwei Tage lang mit der Außenhaut beschäftigt. „Wir wollten ein einmaliges Luxusmöbel kreieren, das weder schnell reproduzierbar noch austauschbar ist“, sagt Kettnaker, für den der Reiz in der Verbindung von Handwerk und High-Tech-Verfahren besteht. Der geschäftsführende Gesellschafter – Dreitagebart, lange, lockige Haare, weißes Hemd – zeigt sich überzeugt, dass es in der digitalen Welt „analoge Anker“ braucht, „bei denen das Emotionale im Vordergrund steht“.

          Christine Scharrenbroch

          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Im deutschen Möbelmarkt, der von preiswerter Importware dominiert wird, sticht das Unternehmen aus dem schwäbischen Dürmentingen als einer der wenigen heimischen Premiumhersteller heraus. Der Weg dorthin war allerdings steinig. Mit 23 Jahren musste Wolfgang Kettnaker 1987 die Nachfolge seines überraschend verstorbenen Vaters antreten und seinen Onkel Edmund in der Geschäftsleitung unterstützen. Dabei steckte er noch mitten im Studium zum Wirtschaftsingenieur. Drei Tage Firma, zwei Tage Uni – „ich habe irgendwie versucht, diese Zeit zu überstehen“. Im Unternehmen fühlte er sich rasch akzeptiert. „Ich bekam einen großen Vertrauensvorschuss, unser Betrieb ist sehr familiär geprägt.“

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