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Riesen-Übernahme : Woher nimmt Bayer das Geld für Monsanto?

  • -Aktualisiert am

Neue Schulden und eine Kapitalerhöhung - so will Bayer die 62 Milliarden Dollar organisieren. Bild: AFP

62 Milliarden Dollar bietet Bayer für Monsanto - bar. Wie kann der deutsche Konzern das bezahlen? Durch viele neue Schulden und aus einer anderen Quelle.

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          Der deutsche Pharmakonzern Bayer bietet eine gewaltige Summe für Monsanto: 62 Milliarden Dollar wollen die Leverkusener zahlen, um sich selbst zum dann größten Agrochemie-Unternehmen der Welt zu machen.

          Doch woher kommen diese Mittel eigentlich? Welche Bank gibt einen so großen Kredit?

          Klar ist bislang: Sollte Bayer zum Zuge kommen und sich den amerikanischen Saatgutriesen schlussendlich wirklich einverleiben, wäre dies die mit Abstand größte Akquisition des nordrhein-westfälischen Traditions-Unternehmens. Größer noch als die damals rund 17 Milliarden Euro teuren Übernahme des Berliner Pharmaunternehmens Schering.

          Wagnis Monsanto - zu unserem Leitartikel zur Übernahme geht es hier entlang.

          Denn nun bietet Bayer 122 Dollar für jede Monsanto-Aktie, und zwar in bar - macht zusammengerechnet ebenjene 62 Milliarden Dollar oder umgerechnet etwas mehr als 55 Milliarden Euro. Woher das Geld kommt, deutet Bayer-Chef Werner Baumann an diesem Montagmorgen in einer Telefonkonferenz schon einmal an: Eigenkapital solle rund ein Viertel der Summe abdecken - im Klartext bedeutete dies, dass auf die Bayer-Aktionäre eine Kapitalerhöhung zukommt, also mehr Aktien ausgegeben werden. Das passt dazu, dass schon in der vergangenen Woche der Bayer-Aktienkurs deutlich sank, nachdem das Interesse aus Leverkusen an Monsanto offiziell geworden war.

          Außerdem hat die Bayer-Führung nach eigenen Angaben schon zwei namhafte Banken für den Rest der Finanzierung engagiert: Das amerikanische Geldhaus Bank of America und die Schweizer Credit Suisse. Als beratende Bank ist überdies das Haus Rothschild im Boot.

          Unter dem Strich bedeutet das: Bayer würde viele neue Schulden machen für die Übernahme. Das Bayer-Management vertraut darauf, diese nach der Transaktion aber schnell wieder zurückführen zu können, und zwar dank der hohen Mittelzuflüssen aus den laufenden Geschäften. Finanzvorstand Johannes Dietsch beruft sich dabei auf die bisherigen Erfahrungen infolge von Großübernahmen und eine, wie er sagt, bewährte Entschuldungs-Disziplin.

          Die gewaltige Transaktion in Teilen über den Verkauf von Unternehmensteilen oder Beteiligungsgesellschaften zu finanzieren, ist nach Darstellung von Bayer-Boss Baumann weder geplant noch erforderlich. Bayer werde aber unabhängig davon weiterhin ein aktives Portfoliomanagement betreiben. Die Leverkusener halten noch 64 Prozent an ihrer Chemietochtergesellschaft Covestro, wollen dort mittelfristig jedoch komplett aussteigen. Zuletzt war auch spekuliert worden, Bayer werde sich zur Teilfinanzierung von seinem Geschäft mit der Tiergesundheit trennen.

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