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König Charles und Patagonia : Wo die Steuer gnädig ist

Patagonia-Gründer Yvon Chouinard. Bild: dpa

Patagonia-Gründer Yvon Chouinard zeigt, wie man Gutes tun und zugleich Erbschaftsteuer sparen kann. König Charles muss sich darüber keine Gedanken machen.

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          In einer Hinsicht haben es Könige besser als gewöhnliche Milliardäre: Um die lästige Erbschaftsteuer müssen sie sich keinen Kopf machen. Zumindest in Großbritannien ist nach einem Gesetz von 1993 all das, was ein Monarch an einen anderen vererbt, von der Steuer befreit. Mit dieser Regelung wollte der damalige Premierminister John Major nach eigener Aussage die „Unabhängigkeit der Monarchie“ bewahren. Die Ausnahme betrifft nicht nur den Besitz der Krone in Höhe von 15,2 Milliarden Pfund, einschließlich Archiven und Gemäldesammlungen. Die gehören, ähnlich wie die Kronjuwelen, dem Monarchen ohnehin nur qua Amt, er kann sie weder verkaufen noch profitiert er direkt von ihren Erlösen.

          Alexander Wulfers
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch auch der Privatbesitz der verstorbenen Königin Elisabeth II. geht ohne Abzüge an ihren Sohn, König Charles III., 73, über. Dazu zählt unter anderem das Herzogtum Lancaster, das knapp 22 Millionen Pfund Profit im Jahr abwirft. Immerhin wird Charles voraussichtlich in Zukunft Einkommensteuer zahlen. Verpflichtet wäre er auch dazu nicht. Seine Mutter hatte damit erst 1992 nach Diskussionen um die Kosten der Monarchie begonnen. Charles hat bekräftigt, dass er sich an ihr Vorbild halten will.

          König Charles III
          König Charles III : Bild: AP

          Wer nicht von Gottes Gnaden auf dem Thron berufen wird, der muss kreativer werden, um dem Finanzamt zu entgehen. Eine Lösung für diejenigen, die ihr Geld für gute Zwecke nutzen wollen, bietet das Beispiel des Outdoor-Ausrüsters Patagonia. Yvon Chouinard, 83, hat gerade den Großteil seines Vermögens an eine gemeinnützige Stiftung verschenkt, die sich dem Kampf gegen die Klimakrise widmen soll. Dafür zahlt Chouinard nur 17,5 Millionen Dollar Schenkungssteuer. Hätte er seine Firma im Wert von drei Milliarden Dollar verkauft, wären der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ zufolge Kapitalertragsteuern von knapp 700 Millionen Dollar fällig geworden. Hätte er sie vererbt, fiele die Erbschaftsteuer in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar an.

          Ist auch das keine Lösung, weil man das Geld lieber für sich behalten möchte, bleibt nur die Flucht ins Ausland. Der norwegische Milliardär Kjell Inge Røkke hat gerade eine neue Heimat im schweizerischen Lugano gefunden. Das mag etwas mit der schönen Aussicht zu tun haben – oder mit der Erhöhung der Vermögensteuer, die die Regierung Norwegens vor einigen Monaten beschlossen hat.

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