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F.A.Z. exklusiv : Wirtschaft warnt vor Schreckgespenst Schwarz-Grün

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Kein Schreckgespenst, sondern real: Der schwarz-grüner Löwe, ein farblich umgestaltetes, hessisches Landeswappen-Tier, auf dem Tisch der Staatskanzlei in Wiesbaden, wo eine Regierung aus CDU und Grüne regiert. Bild: dpa

Kanzlerin Angela Merkel muss mit Protest der Industrie rechnen, sollte sie nach der Bundestagswahl eine schwarz-grüne Koalition anstreben. Diese würde das ökonomische Wohlergehen des Landes bedrohen, heißt es.

          Kanzlerin Angela Merkel muss mit scharfem Protest der Industrie rechnen, sollte sie nach der Bundestagswahl eine schwarz-grüne Koalition anstreben. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf eine Umfrage unter den führenden Wirtschaftsverbänden. Deren Vertreter sind teils offen entsetzt über die Aussichten einer schwarz-grünen Bundesregierung.  „Dann noch lieber eine rot-rot-grüne Koaltion“, schimpft Lutz Goebel, Vorsitzender des Verbandes der Familienunternehmer.

          Schwarz-Grün bedrohe das ökonomische Wohlergehen des Landes: „Die Industrie wird in einem Maße aus dem Land gedrängt werden, dass die große Koalition im Nachhinein wie ein goldenes Zeitalter aussehen wird“, sagt Lutz Goebel, der für 180.000 Unternehmer und deren acht Millionen Beschäftigte spricht. Maßlos enttäuscht vom wirtschaftspolitischen Kurs der Union bevorzuge er aus taktischen Gründen Rot-Rot-Grün: „Das werden zwar vier grässliche Jahre, aber danach setzt die Union wieder auf Marktwirtschaft, und die AfD ist verschwunden“, argumentiert der Vorsitzende der Familienunternehmer.

          Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, warnt in der F.A.S.: „Die bisherigen Wahlkampfankündigungen der  Grünen verheißen nichts Gutes für den Industriestandort Deutschland und seine Wettbewerbsfähigkeit. Wenn sich der linke Flügel der Grünen mit seinen Vorstellungen in der Industrie-, Verkehrs-, Energie- und Steuerpolitik durchsetzt, sehe ich erhebliche Risiken für hiesige Wertschöpfung und Arbeitsplätze.“

          Selbst der Bundesverband der Industrie (BDI), traditionell extrem vorsichtig, sieht mit der nächsten Bundestagswahl „Gefahren für den Wirtschaftsstandort“ heraufziehen. „Alle Parteien sollten die Wirtschaftspolitik wieder stärker in ihren Fokus rücken“, sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo der Sonntagszeitung. Wie das Blatt weiter schreibt fühlt sich die Industrie vernachlässigt von der Union und äußert sich entsetzt über die „ Entschlossenheit, mit der Angela Merkel ihr schwarz-grünes Projekt vorantreibt“,  wie ein Manager in der F.A.S. kritisiert: „Der Wirtschaftsflügel der Union wird marginalisiert. Die CDU hat keine Lösungskompetenz mehr für wirtschaftspolitische Fragen.“

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