https://www.faz.net/-gqe-a2zam

Folgen des Wirecard-Skandals : Der Schaden für EY

Warnsignale: Dem Beispiel von Commerzbank und DWS könnten andere folgen. Bild: dpa

Nach dem Wirecard-Skandal will nicht nur die Commerzbank künftig auf die Dienste der Wirtschaftsprüfer von EY verzichten. Bislang hüllt sich deren Führung in Schweigen, langfristig wird diese Strategie jedoch nicht aufgehen.

          1 Min.

          Der Bilanzskandal um den insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard wird zunehmend auch für dessen langjährige Prüfungsgesellschaft EY zur finanziellen Belastung. Der Aufsichtsrat der Commerzbank hat am Mittwoch beschlossen, der Hauptversammlung im kommenden Jahr zu empfehlen, EY von seinen Prüfaufgaben zu entbinden.

          Ein nachvollziehbarer Schritt, musste die Bank doch rund 175 Millionen Euro an Wirecard-Krediten abschreiben. Am Vorabend hatte schon die Fondstochergesellschaft der Deutschen Bank den vorgesehenen Wechsel zu EY abgeblasen. Man prüfe derzeit rechtliche Schritte gegen Wirecard und wolle einen möglichen Interessenkonflikt vermeiden, hieß es von der DWS. Man kann getrost davon ausgehen, dass in vielen Managementetagen börsennotierter Konzerne derzeit ähnliche Überlegungen angestellt werden.

          Zweifel an der Qualität der Testate aus dem eigenen Haus kann sich EY auf Dauer jedoch nicht leisten. Bislang heißt es lediglich, man habe im Rahmen des Mandats die Aufgaben erfüllt. Angesichts laufender Ermittlungen und der hohen Brisanz des Falles Wirecard hüllt sich die EY-Führung ansonsten in Schweigen. Langfristig wird diese Strategie jedoch nicht aufgehen. Es droht ein erheblicher Schaden für Image und Geschäft.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet während des Triells

          Das letzte Triell : Dieses Mal war Scholz vorbereitet

          Baerbock, Scholz und Laschet hatten nochmals die Chance, ihre Schlagfertigkeit zu zeigen. Der Sozialdemokrat und die Grüne präsentierten sich als Partner von morgen.
          Wähler in St. Petersburg betrachten ihre Wahlzettel.

          Parlamentswahl in Russland : Kremlpartei dominiert weiterhin die Duma

          Wladimir Putin stand nicht zur Wahl, doch wenn Anhänger der Partei Geeintes Russland ihren Wahlsieg feiern, rufen sie seinen Namen. Auch im neuen Parlament geben sie den Ton an. Kein Wunder, sagen Kritiker – Gegner waren meist ausgeschlossen, und es habe massiven Wahlbetrug gegeben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.