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Größter Wirtschaftsskandal : Die letzten 24 Stunden an der Spitze von Wirecard

Berlin im November 2020: Markus Braun auf dem Weg in den Untersuchungsausschuss des Bundestags Bild: EPA

Die Wirecard-Pleite ist der größte deutsche Wirtschaftsskandal des Jahrhunderts. Jetzt kommt der Film zum Milliardenbetrug. Eine Rekonstruktion des großen Knalls.

          7 Min.

          Der 19. Juni 2020, ein Freitag, wird der letzte Tag von Markus Braun in seinem Amt als Wirecard-Chef. Es endet mit lautem Knall die Karriere jenes Österreichers, der Wirecard im Stile eines Alleinherrschers führte, der als Großaktionär weit mehr war als ein gewöhnlicher, angestellter Vorstandsvorsitzender, ganz offenkundig beseelt von der Idee: „Wirecard bin ich.“ Davon wird so gut wie nichts übrig bleiben. Nichts von dem Konzern, nichts von Brauns Visionen, nichts von seiner Macht, nichts von seinem Vermögen. Und erst mal auch nichts von seiner Freiheit.

          Bettina Weiguny
          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Georg Meck
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Am Morgen jenes Freitags, gegen 8.30 Uhr, holt ihn sein Fahrer, der gleichzeitig der Leibwächter des Managers ist, in dessen Wohnung in München-Bogenhausen ab. Am Abend zuvor ist es spät geworden in der Wirecard-Zentrale, draußen im Gewerbegebiet in Aschheim. Die Nerven dort liegen blank, seit wenige Stunden zuvor aufgeflogen ist, dass Deutschlands umjubelter neuer Hightech-Star auf Lug und Trug gebaut war, dass ein Viertel des angeblichen Vermögens nur in der Phantasie existierte.

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