https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/wir-wollen-waffengleichheit-kaufhaeuser-fuer-freigabe-der-oeffnungszeiten-an-sonntagen-15037385.html

„Wir wollen Waffengleichheit“ : Kaufhäuser für Freigabe der Öffnungszeiten an Sonntagen

  • Aktualisiert am

Einkaufen sei aktuell ein „fundamentaler Teil der Beschäftigung an Sonntagen“, sagt der Karstadt-Chef - er will davon etwas abhaben. Bild: Junker, Patrick

Karstadt, Kaufhof, KaDeWe: Deutschlands Warenhaus-Konzerne wollen an mehr Sonntagen geöffnet haben. Sie verweisen nicht nur auf die Konkurrenz im Internet.

          1 Min.

          Deutschlands große Warenhauskonzerne haben ein Bündnis zur Freigabe der Öffnungszeiten an Sonntagen geschmiedet. „Wir fordern, die Voraussetzungen für eine Freigabe der Öffnung an Sonntagen zu schaffen“, sagte Karstadt-Chef Stephan Fanderl an diesem Montag in Köln.

          Auch Kaufhof und die Luxus-Kaufhäuser der KaDeWe-Group stünden hinter der Initiative, weitere Unternehmen wollten sich anschließen. Die Menschen müssten selbst entscheiden können, wann sie arbeiten oder einkaufen wollten, betonte Fanderl. Einkaufen sei aktuell ein „fundamentaler Teil der Beschäftigung an Sonntagen“. Dies zeigten die Umsätze von Online-Shops, die rund um die Uhr geöffnet haben.

          „Wir wollen Waffengleichheit“

          Der traditionelle Einzelhandel werde gegenüber Online-Händlern und Outlet-Zentren in grenznahen Gebieten etwa in den Niederlanden oder Polen benachteiligt, beklagte KaDeWe-Chef Andre Maeder: „Wir wollen Waffengleichheit.“ Online-Händler erwirtschafteten zwischen 20 bis 30 Prozent ihrer Umsätze an Sonntagen, die Warenhäuser müssten zuschauen.

          Die Verbote für Öffnungen an Sonntagen seien „eine Bevormundung der Kunden“. Kaufhof-Manager Armin Devender sagte, durch die Öffnungen an Sonntagen steige auch die Attraktivität der Innenstädte.

          Die Warenhäuser wollten nicht an 52 Sonntagen im Jahr öffnen, unterstrich Fanderl. „Wir möchten aber an den Sonntagen öffnen, an denen es kaufende Kundschaft gibt - und Mitarbeiter, die arbeiten wollen.“ Zuschläge der Beschäftigten für Sonntagsarbeit wollten die Konzerne nicht antasten.

          In den meisten Bundesländern gebe es die Möglichkeiten, an vier Sonntagen im Jahr zu öffnen. „Dies ist definitiv zu wenig“, sagte Fanderl. Zudem stelle sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit einer Klagewelle gegen Öffnungen an Sonntagen gegen den Handel. Verdi betont dagegen, die Gewerkschaft klage dann gegen Sonntagsöffnungen, wenn diese rechtswidrig seien oder einer juristischen Klärung bedürften.

          Weitere Themen

          China knickt ein

          Schlechte Wirtschaftsdaten : China knickt ein

          Nun brechen auch noch die Exporte unter den Lockdowns ein – panisch läutet Chinas Führung das Ende von „Null Covid“ ein.

          Topmeldungen

          Klimaaktivisten haben am 15. November 2022 ein Werk Gustav Klimts mit schwarzer Farbe beschmiert, einer klebte seine Hand daran fest.

          Soziale Systeme : Nützliche Radikale

          Schaden radikale Aktionen wie die der „Letzten Generation“ den Zielen einer Bewegung? Soziologen haben das untersucht und sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen.
          Bald wieder ohne Maske? Medizinischer Mitarbeiter in Schanghai

          Schlechte Wirtschaftsdaten : China knickt ein

          Nun brechen auch noch die Exporte unter den Lockdowns ein – panisch läutet Chinas Führung das Ende von „Null Covid“ ein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.