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Geschäft mit Freizeitparks : Wildwasserbahn schlägt Kölner Dom

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Auch 149 Millionen Gäste von Vergnügungseinrichtungen im Jahr zeigen die gewachsene Bedeutung der europäischen Freizeitindustrie. EU-weit beschäftigt sie 53000 Mitarbeiter in Vollzeit. Von 5000 Mitgliedsunternehmen, die dem Verband IAAPA auf der ganzen Welt angehören, kommen immerhin 1400 aus dem Bereich IAAPA EMEA. Nur der Umsatz der Branche lässt sich laut Jakob Wahl schwer bestimmen, weil es keine Einigkeit darüber gibt, wer alles dazu gehört. „Im Verband argumentieren einige, man müsste auch andere Einrichtungen als Freizeitparks mitzählen – etwa, weil zwei Museen bei uns Mitglied sind.“

Es gibt viele Unternehmen und Einrichtungen, die nicht dem Bild des klassischen Freizeitparks entsprechen und trotzdem Mitglied des Verbandes sind. Als Beispiel nennt Wahl die Aussichtsplattform des Londoner Wolkenkratzers „The Shard“. Deren Betreiber orientierten sich an Freizeitparks, wenn es um Zutrittssysteme, die Arbeit mit Apps, die Erstellung von Besucherprognosen oder Verbesserungen in der Gastronomie geht. Gleiches gelte für Zoos und sogar für Skigebiete. Manche Anbieter aus der Spielzeug- oder Tourismusbranche haben sich dagegen gleich eigene Freizeitparks geschaffen – wie nicht nur Legoland oder der „Funpark“ von Playmobil zeigen. „Auf unseren Messen sind auch Vertreter der großen Werften anwesend“, sagt Jakob Wahl. „Weil auch Kreuzfahrtschiffe immer häufiger Rutschen, Kletteranlagen und sogar Autoscooter an Bord haben.“

Ein weiterer Trend sind „staycations“ – wie Kurzurlaube in Vergnügungsparks genannt werden. Dabei verbringen Besucher die Nacht in Erlebnisunterkünften wie Baumhäusern oder Wildparadiesen. Der Europa-Park bietet seinen Gästen Übernachtungen in Themenhotels an, das Berliner Tropical Island lässt Besucher in Safari-Zelten nächtigen, die in Regenwald-Camps aufgebaut sind.

Auch die Digitalisierung macht vor den innovationsfreudigen Freizeitparks nicht Halt. Dass Gäste während ihres Besuchs viel mit Smartphones hantieren, hat für Wahl Vor- und Nachteile, die er aus seiner Zeit im Europa-Park kennt. „Wer ständig seine Erlebnisse in den sozialen Medien teilt, ist für uns ein guter Markenbotschafter“, sagt er. „Gleichzeitig nimmt er aber sein Umfeld viel weniger wahr.“ Die Herausforderung bestehe darin, mobile Angebote so zu konzipieren, dass sie die Aufmerksamkeit der Besucher auf Inhalte der Parks lenkten. Das geschieht zum Beispiel mit Apps, die verraten, wo gerade längere Warteschlangen zu erwarten sind oder wann Shows stattfinden. Ein kleiner Freizeitpark in Dänemark hat eine App entwickelt, mit der man Wildtiere füttern oder auf einer Wildwasserbahn Wasserkanonen abschießen kann. Weitere Innovationen auf dem Gebiet wird es wohl im September auf der EAS in Berlin zu sehen geben.

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