https://www.faz.net/-gqe-82a1i

Nach Hackerangriff : Wikileaks veröffentlicht mehr als 200.000 geheime Sony-Pictures-Unterlagen

  • Aktualisiert am

Alle Lichter auf Rot: Der Eingang des Sony Pictures Studio in Culver City. Bild: AP

Hunderttausende Dokumente, die das Innenleben von Sony Pictures zeigen sollen, hat Wikileaks veröffentlicht. Das Unternehmen stehe im Zentrum eines geopolitischen Konflikts, daher sei das gerechtfertigt, rechtfertigt sich die selbst ernannte Aufklärungsplattform.

          Fünf Monate nach dem Hackerangriff auf die Produktionsfirma Sony Pictures im Zusammenhang mit der umstrittenen Nordkorea-Satire „The Interview“ hat die Enthüllungsplattform Wikileaks zehntausende Dokumente des Unternehmens veröffentlicht. Bereitgestellt würden 30.287 Dokumente des in den Vereinigte Staaten ansässigen Konzerns sowie 173.132 E-Mails aus seinem Schriftwechsel mit mehr als 2.200 Adressaten, teilte Wikileaks am Donnerstag (Ortszeit) mit. Dies Unterlagen könnten für Recherchezwecke nach Namen oder anderen Begriffen durchsucht werden.

          Die Unterlagen böten „einen seltenen Einblick in die inneren Abläufe eines großen, verschlossenen mulitnationalen Unternehmens“, hieß es in der Wikileaks-Mitteilung. Die nach dem Hackerangriff veröffentlichten Unterlagen hätten anders als jetzt nicht nach Suchbegriffen durchsucht werden können und seien ohnehin schnell aus dem Internet entfernt worden, bevor die Öffentlichkeit sie habe einsehen und auswerten können. Laut Wikileaks hat Sony Pictures Verbindungen zum Weißen Haus, zur Demokratischen Partei von Präsident Barack Obama sowie zur Rüstungsindustrie und könne Einfluss auf die Gesetzgebung in den Vereinigten Staaten nehmen. Außerdem seien die nun veröffentlichten Unternehmensunterlagen „berichtenswert“, weil sie „im Zentrum eines geopolitischen Konflikts“ stünden, schrieb Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange. „Das gehört in die Öffentlichkeit. Wikileaks wird sicherstellen, dass es dort bleibt“, fügte der Australier hinzu.

          Sony war im November von Hackern angegriffen worden, persönliche Daten von 47.000 Mitarbeitern sowie von Dritten, darunter einige Stars, wurden veröffentlicht. Auch Informationen über die Konzernfinanzen, Drehbücher und fünf Filmproduktionen wurden verbreitet. Die Hacker forderten Sony Pictures auf, seinen Film „The Interview“ nicht zu veröffentlichen. In dem Streifen geht es um ein fiktives CIA-Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Das Weiße Haus warf Nordkorea vor, hinter der Cyber-Attacke zu stehen. Sony verurteilte das Vorgehen von Wikileaks. Die Enthüllungsplattform spiele den Hackern in die Hände, die den Sony-Mitarbeitern schaden wollten, erklärte das Unternehmen. Bei dem Hackerangriff habe es sich um einen „bösartigen kriminellen Akt“ gehandelt und nun veröffentliche auch Wikileaks gestohlenes Material.

          Weitere Themen

          Klima-Einigung in Sicht

          CO2-Bepreisung : Klima-Einigung in Sicht

          Bis 2023 will die Bundesregierung 40 Milliarden Euro für mehrere Fördermaßnahmen in die Hand nehmen. Beim zentralen Streitthema der CO2-Bepreisung ist ein Kompromiss in Sicht.

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson vergleicht sich selbst mit dem „unglaublichen Hulk“, der sich aus seinen Fesseln befreit.

          Brexit um jeden Preis : Der wütende Hulk

          Großbritannien werde sich aus seinen „Fesseln“ befreien wie die ultra-starke Comicfigur, wenn es bis 31. Oktober keinen Brexit-Deal gebe, erklärt Johnson. Auch gegen die Anordnung des Parlaments. Vor neuen Gesprächen mit der EU zeigt er sich dennoch „sehr zuversichtlich.“
          Mein Freund, der Baum: Markus Söder im Hofgarten hinter der Staatskanzlei

          Klimaretter Söder : „Wir haben den Umweltschutz erfunden“

          CSU-Chef Söder zweifelt die Kompetenz der Grünen bei Klima- und Naturschutz an. Die wahre Umweltpartei sei die CSU mit ihrem Urmotiv, die Schöpfung zu bewahren. Für das Klimapaket der Großen Koalition stellt er allerdings umstrittene Bedingungen.
          Zukunftstechnologie Flugtaxi: Am Stau am Boden ändern sie nichts

          Mythos Innovation : Bloß nichts Neues!

          Bemooste Innenstädte und fliegende Umweltsünder: Statt im Kampf gegen die Klimakatastrophe nach konkreten Lösungen zu suchen, schiebt die Politik Scheininnovationen vor. Warum nutzen wir nicht verfügbare Technologien? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.