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Anstößiger Werbespot : Twitterer laufen Sturm gegen Wiesenhof

  • Aktualisiert am

In dem Werbespot des Geflügelfabrikanten „Wiesenhof“ hantiert Comedy-Star Atze Schröder mit einer Grillwurst und macht dabei anzügliche Vergleiche. Bild: Youtube / Wiesenhof

In einem Werbespot für den Geflügelfleisch-Hersteller Wiesenhof spielt Atze Schröder auf den Fall Gina-Lisa an. Twitterer sind sauer. Das Unternehmen und der Comedian entschuldigen sich.

          „Und, seid ihr bereit für die größte Wurst des Sommers? Hier ist das Ding. Danach müssen Gina und Lisa erst mal in die Traumatherapie." Das sagt Comedian Atze Schröder in einem Spot für die Geflügelfleisch-Marke Wiesenhof. Dann misst er die Länge des Würstchens mit dem Zollstock nach.

          Die naheliegende Deutung: Atze Schröder spielt mit mit seinem Spruch auf den Fall von Gina-Lisa Lohfink an. Sie hat zwei Männern Vergewaltigung vorgeworfen. Von dem Geschehen gibt es ein Video, auf dem zu sehen ist, wie sie „Hör auf“ und „Nein, nein, nein“ sagt. Lohfink sagt, sie habe unter dem Einfluss von K.-o.-Tropfen gestanden. Doch weil sie sich nicht körperlich wehrt, hat die Staatsanwaltschaft das Geschehen nicht als Vergewaltigung angesehen. Stattdessen sollte Gina-Lisa Lohfink für ihre Aussage 24.000 Euro Geldstrafe zahlen. Am Montag wird darüber vor Gericht verhandelt.

          Jetzt ist Internet-Nutzern der Wiesenhof-Spot aus dem März aufgefallen – und sie sind empört.

          Der Comedian Atze Schröder reagierte am Samstag auf seiner eigenen Facebook-Seite und entschuldigte sich: „Ich bin absolut und ausnahmslos gegen jede Form sexueller Gewalt.“ Er verwies auf sein Engagement für einen Verein gegen Kinderprostitution und schrieb weiter: „Der Werbespot ist vor einem Jahr gedreht worden und hätte niemals veröffentlicht werden dürfen.“

          Wiesenhof liegt in der Öffentlichkeit häufig im Clinch mit Tierschützern, die gegen die Massenhaltung von Hühnern protestieren. Das Unternehmen reagierte auf den Atze-Schröder-Clip am Samstag: Vor dem Hintergrund der Berichterstattung um Gina-Lisa Lohfink hätte der Spot so definitiv nicht veröffentlicht werden dürfen, teilte der Marketing-Geschäftsführer von Wiesenhof, Ingo Stryck, auf dpa-Anfrage mit. „Dafür möchten wir uns in aller Form entschuldigen und haben das Video sofort aus dem Netz genommen.“

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