https://www.faz.net/-gqe-8uq12

Wien : Gericht verbietet dritte Startbahn wegen Klimaschutz

  • Aktualisiert am

Maschinen von Lufthansa und Austrian Airlines auf dem Flughafen in Wien-Schwechat Bild: AP

Der Wiener Flughafen darf nicht ausgebaut werden. Ein Gericht untersagte den Bau einer dritten Landebahn, weil dadurch Treibhausgasemissionen ansteigen würden. Klimaschutz sei wichtiger als weitere Arbeitsplätze.

          Aus Klimaschutzgründen darf am Flughafen in Wien-Schwechat keine dritte Lande- und Startbahn gebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) wies am Donnerstag einen Antrag zur Errichtung und zum Betrieb einer weiteren Flughafenpiste ab. „Durch den Bau der dritten Piste am Flughafen Wien-Schwechat und dem damit erhöhten Flugverkehr würden die Treibhausgasemissionen Österreichs deutlich ansteigen“, hieß es zur Begründung.

          Die hohe CO2-Belastung sei gewichtiger einzuschätzen als die wirtschaftlichen und arbeitmarktpolitischen Interessen. Die Möglichkeiten des Flughafens, den Ausstoß von Treibhausgasen durch eigene Maßnahmen zu verringern, seien nicht ausreichend. „Auch ist die Erhaltung wertvollen Ackerlands für zukünftige Generationen zur Nahrungsmittelversorgung dringend geboten“, so das Urteil.(AZ: W109 2000179-1/291E)

          Ein Flughafensprecher bedauerte das Urteil und kündigte juristischen Widerstand an. „Die Flughafen Wien AG wird gegen diesen Bescheid vorgehen und in dieser Frage den Verwaltungsgerichtshof befassen“, sagte der Sprecher. Mit einer dritten Piste sinke der Treibstoffverbrauch und der Lärm, weil Warteschleifen der Flugzeuge zu Stoßzeiten vermieden würden. Zudem entstünden neue Arbeitsplätze. Ohne weitere Piste seien die Wettbewerbschancen des Wirtschafts- und Tourismusstandortes Österreich bedroht. Schwechat ist mit 22,8 Millionen Passagieren (2015) ein wichtiges Drehkreuz gerade für den Flugverkehr in Ost- und Südosteuropa.

          Weitere Themen

          Wer anders liebt, kauft anders ein

          Konsumverhalten : Wer anders liebt, kauft anders ein

          Konsumieren Schwule, Lesben oder Bisexuelle andere Produkte als Heterosexuelle? Shoppen sie mehr online? Eine Studie hat das untersucht und gezeigt: Wer anders liebt, kauft anders ein.

          Dieselskandal kommt vor BGH Video-Seite öffnen

          Showdown gegen VW : Dieselskandal kommt vor BGH

          Der Dieselskandal wird zum Fall für den Bundesgerichtshof (BGH): Der Dienstleister Myright wirft VW wegen des Einbaus von Schummelsoftware in Dieselautos unter anderem Betrug und sittenwidriges Verhalten vor.

          Topmeldungen

          Samsung Galaxy Fold : Smartphone, 2000 Euro, faltbar

          Nun ist es wirklich da. Samsung hat das erste faltbare Smartphone in Serienreife vorgestellt. Es kommt Anfang Mai, kostet 2000 Euro und hat aufgeklappt einen Bildschirm, der fast so groß ist wie das iPad Mini.

          Brexit-Krise : Kein Durchbruch, aber May sieht Fortschritte

          Der Countdown zum angestrebten Austrittsdatum vom 29. März läuft. Doch einig sind sich die britische Premierministerin May und EU-Kommissionspräsident Juncker nur darüber, dass sie weitere Gespräche führen wollen.
          Eine einfache Gesetzesänderung hätte auch gereicht - das Grundgesetz hätte nicht angetastet werden müssen.

          Digitalpakt-Kommentar : Armes Grundgesetz

          Die Änderung des Grundgesetzes für den Digitalpakt widerspricht dem Geist unserer Verfassung – denn sie schadet dem Föderalismus, der einen Wettbewerb um die beste Politik vorsieht.

          2:3 gegen Manchester City : Schalke zerbricht

          Lange sieht es danach aus, als würde den Königsblauen das eigentlich Undenkbare gelingen. Doch ausgerechnet ein früherer Schalker trifft kurz vor Schluss für Manchester. Und dann geht doch noch alles schief.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.