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Zeitwertkonten im Betrieb : Ein Konto für die Auszeit

  • -Aktualisiert am

Die Zeiten der Stechuhr sind vorbei: Arbeitnehmer wollen ihre Arbeitszeiten heute flexibler gestalten und unterbrechen. Zeitwertkonten könnten das ermöglichen. Bild: Jens Gyarmaty

Arbeitnehmer müssen immer mehr Aufgaben bewältigen. Deshalb verlangen sie flexible Lösungen, um ihre Arbeit zu unterbrechen. Ein schwäbischer Unternehmer hat trotz fehlender politischer Maßnahmen seinen Weg gefunden.

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          Die Erwerbstätigkeit in Deutschland hat einen Rekord erreicht. Gleichzeitig steigen die Anforderungen für Arbeitnehmer im Privatleben und im Beruf. Der Gesetzgeber würde deshalb gern mehr Flexibilität ermöglichen, damit Bürger eine ungeplante Auszeit nehmen können, Zeit für die Pflege von Angehörigen haben, sich weiterbilden oder eine Elternzeit verlängern können. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil liebäugelt mit einem Grundeinkommensjahr, die Linke-Vorsitzende Katja Kipping regt ein Recht auf Sabbaticals an, das aus Steuermitteln finanziert werden soll. Andere Varianten bürden Arbeitgebern hohe Lasten auf.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Doch es gibt einen Ansatz, wie Beschäftigte selbst Mittel sammeln können, um ihren Anspruch auf mehr Flexibilität zu erfüllen. Einige Unternehmen haben solche Zeitwertkonten schon eingeführt, doch die Verbreitung stagniert. Der Begriff selbst kommt im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Koalition nicht vor. Im Abschnitt zur Weiterbildung heißt es: „Wir werden gemeinsam mit den Sozialpartnern prüfen, wie das Instrument der Langzeitkonten mehr Verbreitung finden kann.“ Der Begriff ließe sich an vielen weiteren Stellen einsetzen, wo es um Familienzeiten oder bessere Bedingungen für pflegende Angehörige geht. In mehreren Parteien lässt sich eine deutliche Sympathie für Zeitwertkonten beobachten, in die Beschäftigte beispielsweise Überstunden, Urlaubsgeld oder tarifliche Sonderleistungen als Vermögen einzahlen können, das ihnen später bei Bedarf als bezahlte Zeit ausgezahlt wird.

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