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Deutsche Wirtschaft : Wie viele Steuern deutsche Unternehmen wirklich zahlen

Die Union erhöht den Druck auf Finanzminister Olaf Scholz (SPD), die angekündigte Gleichstellung für Personengesellschaften anzupacken. Bild: dpa

Familienunternehmer lassen vorrechnen, wie sehr der Fiskus sie belastet – nicht zuletzt im Vergleich zu großen Dax-Gesellschaften. Die Union sieht den Finanzminister in der Pflicht.

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          In der öffentlichen Debatte dominiert das Bild vom reichen Unternehmer, der seine Steuerlast erfolgreich drückt. Die Stiftung Familienunternehmen hält mit einer Studie des renommierten Ifo-Instituts dagegen. Danach zahlen die Unternehmen immer mehr Steuern – nicht nur absolut, was in einer wachsenden Wirtschaft wenig verwunderlich wäre, sondern auch relativ. Eine weitere Erkenntnis lautet: Die Hälfte der im Inland fälligen Unternehmensteuern tragen die Familienunternehmen. Trotz aller Reformen und Ankündigungen spielt die Rechtsform nach wie vor eine wichtige Rolle, wie viel Steuern ein Unternehmen zahlen muss. Die Union erhöht daher den Druck auf Finanzminister Olaf Scholz (SPD), die angekündigte Gleichstellung für Personengesellschaften anzupacken.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die Bedeutung der Unternehmensteuern hat nach der Untersuchung in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich zugenommen. „Belief sich ihr Anteil an den gesamten Steuereinnahmen im Jahr 1998 noch auf 16 Prozent, waren es 2017 23 Prozent“, heißt es. In absoluten Zahlen stiegen die Einnahmen von knapp 68 Milliarden Euro auf fast 170 Milliarden Euro. Parallel ist der Studie zufolge in derselben Zeit der Anteil der Lohnsteuer von 31 Prozent auf 27 Prozent gesunken, die Anteile der Umsatzsteuer, Verbrauchsteuern und der sonstigen Steuern blieben relativ konstant bei 24 Prozent, 17 Prozent und 11 Prozent.

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