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Digitalisierung : 5G treibt den Stromverbrauch

Das Logo des Energiekonzerns Eon an der Konzernzentrale in Essen Bild: dpa

Das schnelle 5G-Netz benötigt Server und Speicher, die große Strommengen verbrauchen. Der Energiekonzern Eon rechnet sich deswegen schon gute Geschäfte aus.

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          Der Datenturbo 5G wird zu einem großen Stromfresser. Laut einer Studie für den Energieversorger Eon könnte der neue Mobilfunkstandard im Jahr 2025 so viel Strom verbrauchen wie alle 2,5 Millionen Einwohner der Städte Köln, Düsseldorf und Dortmund zusammen. Bei zurückhaltenden Annahmen wird immer noch ein Strombedarf von 2,6 Terrawattstunden erwartet, was in etwa dem Jahresverbrauch von 1,7 Millionen Menschen entspräche. Mit 5G lassen sich riesige Datenmengen praktisch in Echtzeit übertragen. Das bringt nicht nur die Handy-Netze in Schwung, sondern schafft ganz neue technische Möglichkeiten für die Digitalisierung der Industrie und das Internet der Dinge. Dafür werden enorme Rechenleistungen benötigt, und es müssen, wie Forscher der RWTH Aachen in ihrer Untersuchung schreiben, viele zusätzliche kleine und lokale Rechenzentren in Betrieb genommen werden.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Der Energiehunger von Servern und Speichern ist schon in den vergangenen Jahren steil gestiegen, und 5G wird diesen Trend weiter beschleunigen. Die Schätzungen klaffen allerdings weit auseinander. So soll der prognostizierte globale Energiebedarf von Rechenzentren bis 2025 gegenüber 2015 um das Drei- bis Siebzehnfache steigen, am stärksten in Nordamerika und in Asien. Computerfarmen werden zu einem der größten Stromverbraucher überhaupt: Die Aachener Wissenschaftler erwarten, dass 2030 drei bis dreizehn Prozent des globalen Elektrizitätsverbrauchs auf Rechenzentren entfallen werden.

          Eon rechnet sich dadurch gute Geschäfte aus. Der Essener Konzern stehe bereit, um eine umweltfreundliche und zugleich wirtschaftliche Energieversorgung für diese Zwecke zu realisieren, sagte Eon-Vorstand Karsten Wildberger. Eon liefere sauberen Strom oder baue an den Standorten Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen, oft kombiniert mit Photovoltaik oder Windrädern. Zugleich wirbt Eon dafür, die in den Rechenzentren anfallende Abwärme besser zu nutzen. Nach den Konzernangaben speist bisher nur jedes fünfte deutsche Rechenzentrum die Abwärme für Heizung und Warmwasser ein. Für den 8. Januar hat Eon einen „Green Internet Day“ angekündigt, um die Nutzer für den Stromverbrauch des Netzes zu sensibilisieren und einen Beitrag zu einer „klimaschonenden Digitalisierung“ zu leisten.

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