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Top-Manager Schneider : Nestlés demütiger Krisenlenker

Ulf Mark Schneider bringt Nahrungsmittelhersteller Nestlé schon seit einigen Jahren auf Trab. Bild: EPA

Ulf Mark Schneider bringt den Lebensmittelkonzern Nestlé auf Trab. Er beruhigt die Investoren und umarmt die Umweltaktivisten. Seiner Mission folgt er unprätentiös und entschlossen.

          4 Min.

          Nur wenige Manager auf diesem Planeten haben einen schöneren Arbeitsplatz als Ulf Mark Schneider. Von seinem Büro im gläsernen Hauptquartier von Nestlé im schweizerischen Vevey hat der 54 Jahre alte Deutsche freie Sicht auf den Genfer See und die imposante Gebirgskette der Dents du Midi auf der anderen Uferseite. Die Sache hat nur einen Haken: Wer an der Spitze des größten Nahrungsmittelkonzerns der Welt steht, verbringt nur den geringeren Teil seiner Arbeitszeit im lokalen Office.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Nestlé verkauft seine Produkte – ob Kaffee, Wasser, Schokolade, Pizza, Babynahrung oder Tierfutter – in 187 Ländern und erzielt nur einen klitzekleinen Teil seines Umsatzes von umgerechnet 87 Milliarden Euro in der Schweiz. Doch wegen der Corona-Krise hat Schneider seine Wahlheimat seit Ende Februar nicht mehr verlassen. Wie viele andere Manager schlüpfte er über Nacht in die Rolle des Krisenmanagers, von der Unternehmenszentrale aus, in der zwischenzeitlich nur ein Zehntel der 2000 Arbeitsplätze besetzt waren. Statt um Marketingkampagnen und Firmenkäufe ging es nunmehr darum, die Beschäftigten in den Fabriken zu schützen, die Rohstofflager zu füllen und die Transportketten zu sichern. Die 290.000 Mitarbeiter hielt Schneider mit regelmäßigen Videoanrufen auf dem Laufenden.

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