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Fahrradhersteller : Wie der E-Bike-Boom ausgebremst wird

  • -Aktualisiert am

Gefragter Rückenwind: E-Bikes erfreuen sich wachsender Beliebtheit Bild: plainpicture/Willing-Holtz

Die Verkaufszahlen von elektrischen Fahrrädern schießen seit Jahren in die Höhe. Doch fehlende Materialien bedrohen den Erfolg der Branche. Sie will wieder mehr Produktion nach Europa holen.

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          Im Januar hat Alexander Bürger ein Fahrrad für seinen Sohn bestellt. Ankommen soll es im Dezember, vor Weihnachten – hoffentlich. Wer gerade ein Fahrrad oder E-Bike kaufen will, muss Geduld mitbringen. Bürger weiß das. Er betreibt ein kleines Fahrradgeschäft im Frankfurter Stadtteil Gallus. „Das Problem mit den Lieferzeiten hat sich in den vergangenen Monaten nochmals verschärft“, sagt er. Die Monate im Voraus bestellten Räder würden – wenn überhaupt – wenig planbar und mit Verzug geliefert, Nachbestellungen seien kaum möglich.

          Schuld daran sind knappe Materialien und brüchige Lieferketten. „Es fehlen durch die Bank weg Komponenten“, berichtet David Eisenberger, Marketingchef des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV). Der Materialmangel beschäftigt die Branche schon seit Monaten. „Die Hersteller zehrten lange von Lagerbeständen“, erklärt das Hans-Peter Obermark vom Händlerverband VDZ. So seien auch eigentlich für Ersatzlager bestimmte Komponenten direkt in der Produktion neuer Räder verbaut worden. Die typischerweise monatelangen Bestellzeiten der Händler federten die Materialknappheit zunächst ab, die Räder für den Sommer 2020 waren schon ein Jahr zuvor bestellt und produziert. Doch die Vorräte sind mittlerweile aufgebraucht. „Wir haben beim Thema Materialmangel noch nicht die Spitze erreicht, die Situation wird sich noch verschlechtern“, sagt Eisenberger. Dem boomenden Geschäft mit E-Bikes droht ein herber Dämpfer.

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