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FTC-Chefin Lina Khan : Sie könnte Amazon und Facebook das Fürchten lehren

Lina Khan: Profilierte Kritikerin des Silicon Valley Bild: AFP

Lina Khan gehört zu den größten Kritikern der großen Internetfirmen in den USA. Jetzt soll sie die Aufsicht über die Konzerne übernehmen. Ein Porträt über die einflussreiche Gegenspielerin des Silicon Valley.

          6 Min.

          Sage niemand, der amerika­nische Traum sei tot. Er verwirklicht sich selbst heute noch und gelegentlich sogar schnell. Lina Khan ist Tochter pakistanischer Einwanderer, gerade 32 Jahre alt und noch nicht einmal in den Vereinigten Staaten geboren. Ins Land kam sie erst als Elfjährige. Seit Mitte Juni dieses Jahres führt sie die Federal Trade Commission FTC, eine der wichtigen Kartellbehörden des Landes, mit dem klaren Auftrag, Konzerne, die zu mächtig geworden scheinen, in die Schranken zu weisen. Präsident Joe Biden hatte sie nicht nur als seine Kandidatin für das Führungsgremium der Behörde benannt, nach der Bestätigung durch den Senat machte er sie unverzüglich zur Chefin. Das war ein ungewöhnlicher Schritt, der eine neue Entschlossenheit in der Wettbewerbskontrolle ausdrückt.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Nicht, dass sie eine Unbekannte gewesen wäre. In ihren vergleichsweise jungen Jahren hatte Khan sich schon den Ruf als scharfe und scharfsinnige Kritikerin von Großunternehmen und speziell der Technologieriesen des ­Silicon Valley erworben. Diese nehmen sie jetzt bitterernst. Amazon und Facebook haben jeweils bei der FTC beantragt, dass sich Khan wegen Befangenheit aus Fusions- oder Übernahmeprüfungen zurückzieht, in die die beiden Unternehmen involviert sind. Das allerdings wäre nicht im Sinne der Verantwortlichen, die sie in diese Position gehievt haben. Khan sitzt, wo sie sitzt, genau wegen ihrer kritischen Haltung gegenüber den Technologie­giganten.

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