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Volle Auslastung : Für Anwälte herrscht Hochkonjunktur

Das Gebäude von CMS Hasche Sigle in Frankfurt Bild: Michael Braunschädel

Großkanzleien melden für das Corona-Jahr 2020 Umsatzsprünge. Sie profitieren von neuen Problemen und niedrigen Kosten.

          3 Min.

          Lass niemals eine gute Krise ungenutzt. Das Zitat von Winston Churchill aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs feierte schon 2008 im Zuge der Finanzkrise eine Renaissance. 13 Jahre später ist Churchills Aussage für Transaktionsanwälte, Fachleute für Restrukturierung oder Arbeitsrechtler aktueller denn je. Die Befürchtungen waren groß, dass die Corona-Pandemie die Wirtschaftskanzleien tief ins Mark treffen könnte, so wie zuletzt die Finanzkrise. Damals verzeichnete die globale Anwaltsbranche eine tiefe Wachstumsdelle, von der sie sich erst mit Verzögerung erholte.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ein solch düsteres Szenario hat sich für das Geschäftsjahr 2020 der in Deutschland tätigen Wirtschaftskanzleien (das im Fall britischer Sozietäten mit dem April 2021 endete) nicht bewahrheitet. Legt man die schlechten Konjunkturdaten für die deutsche Wirtschaft zugrunde, sind Anwälte sogar einer der großen Profiteure der Corona-Krise gewesen: Der Markt der 100 umsatzstärksten Wirtschaftskanzleien ist 2020 um 6,8 Prozent auf rund 7,8 Milliarden Euro gewachsen. Das berichtet der Kölner Branchendienst Juve im Rahmen seiner jährlichen Umsatzrecherche. Allein der Kreis der zehn umsatzstärksten Sozietäten erwirtschaftete in Summe 2,63 Milliarden Euro. Sie stehen damit weiterhin für mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes aller Kanzleien.

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