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Bonuskarten : Das System Payback

„Haben Sie eine Payback-Karte?“ Die Frage wird auch hinter dieser Ladentür gestellt. Bild: dpa

Mit den beliebten Bonuskarten geben Verbraucher viel von sich Preis. Dabei ist ihr Sparpotential umstritten. Marktführer Payback hat ohnehin längst weitere Ziele.

          5 Min.

          Ob Klebepunkte, Sammelkarten oder Stickerbücher – die Deutschen sind leidenschaftliche Bonusjäger. Fast drei Viertel nutzen ein Treueprogramm des Einzelhandels, zeigt eine aktuelle Studie der Marketingfachleute von Nielsen. Am bekanntesten sind Programme, bei denen der Kunde in einer Reihe von Unternehmen Punkte sammeln kann. Marktführer Payback kommt nach eigenen Angaben auf 29 Millionen aktive Sammler.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Jahr 2000 eingeführt, ist die obligatorische Frage – „Haben Sie eine Payback-Karte“? – mancherorts längst so normal wie das Kassieren selbst. 3,8 Millionen Mal täglich wird eine Karte der American Express-Tochtergesellschaft gezückt. Gesammelt werden kann in 35 Handelsketten und mehr als 600 Onlineshops. Der ärgste Konkurrent von Payback, die sogenannte Deutschlandcard des Bertelsmann-Ablegers Arvato, zählt etwa 20 Millionen Teilnehmer und lässt sich bei 15 Anbietern vor Ort und 350 Partnern im Netz einsetzen.

          Kleinere Konkurrenten haben es schwer. Das jüngste Beispiel ist die Bonus-App Shopkick: Anfang des Jahres war in Deutschland nach etwa zwei Jahren schon wieder Schluss. Immerhin rund 2,7 Millionen Nutzer konnte das amerikanische Unternehmen hierzulande zuletzt vorweisen. Diese bekamen schon Punkte, wenn sie ein teilnehmendes Geschäft bloß betraten.

          Geringes Sparpotential

          Die beiden Bonuskarten funktionieren dagegen so: Punkte gibt es für den Einkauf im Supermarkt, die Tankfüllung an der Zapfsäule oder für den Abschluss einer Privat-Haftpflichtversicherung. Für die gesammelten Punkte wiederum erhält der Nutzer Einkaufsgutscheine bei Partnerunternehmen oder Prämien im Onlineshop. Wer mag, kann sich auch Flugmeilen gutschreiben lassen, spenden oder einfach mit den Punkten den nächsten Einkauf zahlen.

          Vorher muss ein Kunde allerdings fleißig sammeln. Denn ein Punkt entspricht bei beiden Anbietern dem Gegenwert von gerade einmal einem Cent. Die Supermarktriesen Rewe, Real oder der Deutschlandcard-Partner Edeka zum Beispiel schreiben sogar erst für zwei Euro Umsatz jeweils einen Punkt gut. Bevor der Kunde hier einen Einkaufsgutschein im Wert von einem Euro einlösen kann, muss er also erst einmal 200 Euro ausgeben.

          Von den Verbraucherzentralen kommt Kritik an diesem geringen Sparpotential: Wer die Karten einsetze, erhalte häufig nur einen geringen Vorteil und müsse zudem darauf achten, wann die Punkte verfallen. Obendrein sollten die Kunden so vom Preisvergleich bei der womöglich günstigeren Konkurrenz abgehalten werden. Wer akribisch aufs Punkte sammeln aus ist, zahlt im schlechtesten Fall also drauf.

          Die Unternehmen verweisen derweil auf eine Fülle an Coupons, mit denen ein Kunde seine Punkteausbeute beim Einkauf vervielfachen kann oder Extra-Punkte auf ein bestimmtes Produkt erhält. Wer solche Coupons fleißig einsetzt, könne bis zu 200 Euro im Jahr sparen, sagt Payback-Geschäftsführer Bernhard Brugger. Allein im vergangenen Jahr verschickte der Marktführer 33 Milliarden Coupons.

          Die Rechnung geht offenbar auf: Im vergangenen Jahr sammelten die deutschen Payback-Nutzer Punkte im Wert von 356 Millionen Euro und lösten 95 Prozent davon auch ein.

          Das Portemonnaie soll irgendwann zuhause bleiben

          Doch Payback versteht sich nicht nur als Bonusprogramm: „Ziel ist es, den gesamten Einkaufsvorgang mit digitalen Services zu vereinfachen und zu beschleunigen“, sagt Brugger. Übersetzt heißt das: Das Portemonnaie soll irgendwann zuhause bleiben.

          Möglich machen soll das die Payback-App. Schon jetzt kann der Kunde per Smartphone digitale Coupons einlösen. Das bietet auch Konkurrent Deutschlandcard. Der Marktführer will seiner App obendrein im Laufe dieses Jahres eine Art Chamäleon-Funktion verpassen. Die Idee: Je nachdem, wo sich der Nutzer gerade aufhält, verändert sich die Farbe und Oberfläche der App. Betritt er ein Geschäft, das Punkte gewährt, soll die App etwa zuoberst die aktuellen Angebote dieser Filiale anzeigen – quasi wie ein digitales Angebotsheftchen.

          Geht es nach Payback, sollen die Kunden mit der App aber nicht nur punkten, sondern auch bezahlen. „Payback Pay“ nennt sich die entsprechende Funktion. Um Pay zu nutzen, muss der Kunde zunächst seine Bankdaten hinterlegen. An der Kasse bekommt er dann einen QR-Code auf seinem Smartphone angezeigt, den er an einen extra angebrachten Scanner hält und im Anschluss seinen Pin eingibt.

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